Die Frauen Deutschlands sind viele Stadien der zivilisatorischen Entwicklung durchlaufen, bei denen ihnen viel mehr und auch unterschiedlichere Rollen als den Männern zugeteilt wurden. Das war nicht immer schlecht, beispielsweise wenn Frauen vom Soldatendienst befreit wurden oder dem enormen Leistungsdruck an Gelehrtenschulen der Frühmoderne Europas nicht standhalten mussten. Es war aber auch nicht immer gut, vor allem dann nicht, wenn die deutschen Frauen an die drei Elemente Kinder, Kirche, Küche gebunden wurden und unter ihrem Ehemann keinen Raum bekamen, in dem sie sich ausleben konnten.

Die moderne deutsche Frau

Die modernen Frauen in Deutschland können entscheiden, ob sie sich bilden wollen, eine Karriere beginnen oder eine Familie gründen. Selbstoptimierung eröffnet im 20. Jahrhundert eine ganz neue Palette an Möglichkeiten. Beispielsweise bietet die Forschungs- und Beauty-Firma Motiva für Frauen, die ihren Körper etwas verändern möchten, natürliche Brustimplantate an, die sich völlig harmonisch an den Körper der sie Tragenden anschmiegen.

Firmen wie Motiva negieren den Glauben, man müsse sich mit den zur Geburt erhaltenen Merkmalen und Voraussetzungen arrangieren. Zu kleine Brüste, eine trockene Haut, Unzufriedenheit mit dem Körper – das ist kein unveränderbares Merkmal mehr. Natürlich gibt es immer noch viel nachzuholen – beispielsweise sollte eine Frau auch in Deutschland immer selbst entscheiden dürfen, ob sie Karriere und Familie haben oder ein nomadisches oder ein sesshaftes Dasein führen will. Auch die Möglichkeit, wie Männer in den 40ern ein Kind zu bekommen, sollte den Frauen mittels intensiver Forschung möglich gemacht werden. Biowissenschaftlich fundierte Firmen wie Motiva arbeiten mit Hochdruck daran, solche Entwicklungen zu beschleunigen, und das ist gut so!

Die deutsche Frau: Eine schwierige Geschichte

Man könnte meinen, modernes Leben sei ein besonderes Gut, das es so noch nie in unserer Geschichte gegeben habe. Doch die Geschichte der Deutschen ist so wechselhaft verlaufen wie die ihrer Frauen. So gab es im alten Germanien, mindestens bis ins frühe erste Jahrtausend, Priesterinnen, die zu den Göttern sprachen und eine wichtige Vermittlung zwischen Asgard und Midgard darstellten, der irdischen und der himmlischen Welt der Germanen. Es war eintausend Jahre später undenkbar, dass eine Frau eine wichtige Stelle im Klerus annehmen könnte, genauso wie es heute, wieder eintausend Jahre später, undenkbar ist, den Frauen wichtige Stellen in Politik und Wirtschaft zu untersagen. Parität erscheint mir logisch, sagte die Bundeskanzlerin in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit. Es bleibt zu hoffen, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und biologischen Freiheiten weiter angeglichen wird.

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