Schlagwort «William Shakespeare»

Der Ungezähmten Widerstand

u den meistgespielten und -interpretierten Shakespeare-Stücken gehört ‘Der Widerspenstigen Zähmung – auf der Bühne, im Film, als Musical. Alles wurde schon geboten. Also eine echte Herausforderung für einen Regisseur. Die 23-jährige Holle Münster hat sich dieser Aufgabe gestellt und das Problem sehr eigenwillig und neu gelöst.

Hail! Macbeth…

Das Shakespeare-Festival in Neuss ist in vollem Gange, und das Blut fließt: Macbeth! Die Londoner Truppe ‚Piper Productions‘ präsentiert den alten Stoff ohne makabre Szenen und verzichtet auf Zugeständnisse an voyeuristisch interessierte Zuschauer.

Katharina die Kleine
mit der Zauberstimme

Die kleine Dame im grauen Kittelkleid mit der glatt anliegenden Frisur ist äußerlich das Gegenteil einer ‚imposanten Erscheinung‘. Ihre eigentümlich mädchenhafte Stimme ruft das typische Bild einer ‚lieben Omi‘ hervor. Doch Katharina Thalbach kann ganz groß werden – gruselig sogar – etwa, wenn sie die Ballade von der Tay-Bridge-Katastrophe vorträgt: „Wann treffen wir drei wieder zusamm…?“

Die Emanzipation des Flauto Dolce

Stefan Temmingh hat sich als Blockflöten-Solist vor allem dadurch einen Namen gemacht, dass er die Musik des Barock auf ungewohnte Weise aktualisiert: mit authentischen Klängen und originellen Interpretationen. Beim Neusser Shakespeare-Festival stellte er zusammen mit der Barock-Sopranistin Dorothee Mields und der ‚The Gentleman’s Band‘ seine instrumentale Interpretation alter Lieder vor.

Lauten und Lappalien,
Poesie und Blasensteine

Die Einheit von Musik und Text ist ursprünglich ein typisches Merkmal der Shakespeareschen Dramaturgie, sagt Wolfgang Katschner, Lautenist und Leiter des Barock-Ensembles ‚Lautten-Compagney‘ aus Berlin. Mit dem Programm ‚Peeping at Pepys‘ gastierte das Ensemble zusammen mit der Sopranistin Melanie Hirsch und dem Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler beim Neusser Shakespeare-Festival.

„…hier den Dreckskerl aufzuführen.“

‚Richard III.‘ gehört zusammen mit den dem Dreiteiler ‚Heinrich VI.‘ zu der York-Tetralogie Shakespeares. Es schließt den Mehrteiler ab, der die sogenannten Rosenkriege zwischen 1455 und 1485 umfasst. Das Königs-Drama ist um 1593 entstanden und gehört damit zu den frühen Werken Shakespeares. Dass es nicht oft auf deutschen Bühnen zu sehen ist, liegt auch an der verwickelten Story, in der diverse Edwards und Richards neben einer Vielzahl anderer Familien- und Adelsmitglieder vorkommen. Um so spannender zeigt sich die Inszenierung der ‚bremer shakespeare company‘.

Bewegte Momente,
Sprünge durch Zeit

Die ‚bremer shakespeare company‘ gehört zu den überragenden Truppen, denen immer wieder ausgezeichnete Inszenierungen gelingen auch von solchen Shakespeare-Stoffen, an die sich die meisten Ensembles und Regisseure aus gutem Grund nicht herantrauen. Schon zum zweiten Mal setzen sie sich mit dem ‚Pericles‘ auseinander und haben mit Regisseur Thomas Weber-Schallauer eine ganz eigene Fassung entwickelt: Ein Spiel mit Menschen und mit fast lebensgroßen Puppen.

Zauberhafte Dynamik

Die ganze Palette der Schauspielkunst – Shakespeares Sprache im O-Ton, Mimik und Gestik in Perfektion, Aktion und Tanz bis zur Akrobatik, hoch differenzierte musikalische live-Darbietung mit Instrumenten und Gesang, die Kunst der Inszenierung: mit betont wenigen Mitteln die eindrucksvollsten Effekte zu erreichen – das ist die ‚Propeller Theatre Company‘ aus London. Und mit dem Globe-Theater in Neuss fanden sie den idealen Aufführungsort für ihren ‚Midsummer Night’s Dream‘.

Will und die wilden Weiber

Das 24. Shakespeare-Festival in Neuss ist mit einem furiosen Spektakel eröffnet! Der donnernde Schlussapplaus ließ die Leichtbauwände des kleinen ‚Globe‘-Theaters an der Pferderennbahn erzittern. Die ‚bremer shakespeare company‘, die schon von der Idee an am Neusser Festival beteiligt war, gab ihre Eigen-Produktion ‚Wie es Will gefällt‘ – eine Revue aus schauspielerischer Meisterschaft und persönlicher Reflexion Shakespeares als Autor, als Mensch und als Mythos.

Die Kollektion
des Präsidenten

Tobias Döring (Jg. 1965) ist Professor für Englische Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft (DSG). Anlässlich des 450. Geburtstages des Klassikers am 23. April 2014 hat Döring eine Sammlung poetischer Texte herausgegeben, die nicht von Shakespeare sind sondern über ihn oder zu seinen Ehren.