Maiburgs Magische Momente

Das 14. Festival Niederrhein Musikfestival beginnt am 26. August 2018 im Innenhof von Schloss Dyck mit einer Fiesta, die dem Mythos Spanien und dem Flamenco gewidmet ist: Nationale Klassiker wie Isaac Albéniz oder Manuel de Falla treten hier in einen reizvollen, prickelnden Dialog mit den feurig klappernden Kastagnetten der Tänzerin Friederike von Krosigk.

Rosani Reis, Foto Miguel Aún

Eine Woche später, am 2. September, heißt es dann an derselben Stätte Oi Brasil!, und wieder kommt es zu lebhaften Dialogen – jetzt zwischen dem von Anette Maiburg handverlesenen Festival-Ensemble und der Sängerin Rosani Reis, deren sinnlich-unverwechselbare Stimme in ihrer Heimat Brasilien jedes Kind kennt: Lieder und Instrumentalwerke stehen auf dem Programm, und angesichts der hohen musikalischen Temperaturen ist kaum zu erwarten, dass das zweite Freiluft-Konzert des Festivals ins Innere des Barockschlosses verlegt werden muss.

Das barocke Wasserschloss Dyck ist Schauplatz des Niederrhein-Festivals. Foto: Angela van den Hoogen

Von der New Yorker Met kommt der Harfenist Emmanuel Ceysson am 21. September in die Kirche Wickrathberg, ein Juwel des Rokoko, dessen Akustik immer besondere Klangerlebnisse garantiert. Dieses Mal wird die Kirche zum Schauplatz akustischer Naturbilder: In Marcel Tourniers „La Volière magique“ (Die magische Volière) versammelt sich ein Chor zauberhafter Vogelstimmen, und in Alphonse Hasselmans „La source“ schillert, glitzert und rieselt es, als säße der virtuose Emmanuel Ceysson an einer verzauberten Quelle und spielte für eines jener Feenwesen, die zwar vorhanden, für den Normalmenschen aber nicht sichtbar sind … 

Anette Maiburg, Foto: Harry Vorsteher

Seit fast anderthalb Jahrzehnten gibt es inzwischen das Niederrhein Musikfestival, mit dem es der Flötistin und ECHO-Preisträgerin Anette Maiburg immer wieder gelingt, die unterschiedlichsten Bereiche von Musik und Kunst durch ihre fantasievolle, inspirierende Vitalität zu ebenso schlüssigen wie fesselnden Programmen zu verdichten: Südliche Klänge, lateinamerikanische Rhythmen und Elemente des Tanz verbinden sich mit klassischen Formen und Farben und ungewöhnlichen Ausleuchtungen des „Repertoires“ zu unverwechselbaren Synthesen, die im Lauf der Jahre eine immer größere, weiterreichende Anziehungskraft entfaltet haben. 

Text: Pro Classics

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