Schule ins Rathaus!

In einer rheinischen Kleinstadt werden Schüler zu mehreren Klassen in einem Raum zusammengepfercht. Der Grund: Die provisorischen ‚Pavillons‘ – böse Zungen bezeichnen sie gelegentlich auch als ‚Container‘ – die ihnen eigentlich vom Beginn des Schuljahres als Klassenzimmer hätten dienen sollen, sind nicht rechtzeitig fertig geworden.

Das heißt: Fertig sind sie schon, aber die Baubehörde hat bei der Abnahme-Kontrolle festgestellt, dass die Elektro-Installation nicht den deutschen Sicherheitsvorschriften entspricht. Auf Nachfrage ist zu erfahren: Die Installation sei von einer niederländischen Firma ausgeführt worden, die ‚anscheinend mit den deutschen Sicherheitsvorschriften nicht vertraut‘ sei.

Wir haben es offenbar wieder mit einer Blüte des europäischen Vorschriftendschungels zu tun. Die Kommunen sind zwar verpflichtet, Aufträge wie diesen EU-weit auszuschreiben. Doch die Unternehmen, die solche Aufträge annehmen, brauchen die für die Ausführung geltenden Normen nicht zu kennen. Und einheitliche Vorschriften gibt es in der EU zwar für so wichtige Werte wie die Krümmung von Gurken, aber nicht für die Sicherheit von Elektro-Installationen.

Was die EU und ihre Normen anlangt, wundere ich mich freilich über nix mehr. Erstaunlich finde ich aber, dass einer kommunalen Bauverwaltung erst ganz zum Schluss, wenn die Handwerker mit der Arbeit fertig sind, auffällt, dass die Sicherheitsnormen nicht eingehalten wurden.

Bonks bAusbaden müssen es in diesem Fall Schüler und Lehrer. Mein Vorschlag. Soll die Bauverwaltung in die Container ziehen, die Schule dafür ins Rathaus!

Schorsch Bonks

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