Accordéon – Accordéon

Virtuose Klangwucht verspricht das Konzert des Niederrhein Musikfestivals AKKORDEON PUR! Einen weiten Bogen schlägt der junge, aus Bosnien Herzegowina stammende Akkordeon-Virtuose Dragan Ribić mit einem Instrument, das normalerweise in der Klassik wenig vertreten ist.

Dragan Ribic, Foto Claudia Gerhard

Das Akkordeon eignet sich mit seiner an die Orgel erinnernden Klangwucht wie nur wenig andere Instrumente dazu, die ganze Bandbreite vom Folk bis hin zur Klassik abzudecken. In der hervorragenden Akustik der historischen Stammenmühle nimmt Dragan Ribić das Publikum mit auf eine Reise von der Polyphonie Johann Sebastian Bachs bis hin zum vielfältigen Erbe seiner Heimat. 

Was für eine fruchtbare Zeit die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Musik darstellte, wird deutlich, wenn man sich die Lebensdaten der vier Komponisten ansieht, die die erste Hälfte des Konzertes Akkordeon pur bestimmen. Im Abstand von wenigen Jahren in Deutschland, Frankreich und Italien geboren, erlebten sie mit Ausnahme des älteren Couperin alle das Jahr 1750. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht nur weit über die Grenzen ihres eigenen Schaffenskreises hinaus blickten und sich mit neuesten Entwicklungen und Einflüssen aus ihren Nachbarländern beschäftigten. 

Sie schrieben abgesehen davon auch alle für das Cembalo, dessen Klang sich hervorragend auf das Akkordeon übertragen lässt. Darauf setzt der junge, Virtuose Dragan Ribić mit seinem Instrument, das auch zum typischen Charakter der Balkan-Musik beiträgt. Entsprechend wendet sich der Künstler in seinem Konzert nicht nur der polyfonen Klangwelt zu, die Barockkomponisten mit unerschöpflicher Kreativität ausloteten. Er entfacht auch das Feuer, das Franz Liszt als Hommage an seine ungarische Heimat im Rákóczy-Marsch lodern lässt. 

Damit schlägt Ribić wiederum eine Brücke zur Kreativität der Roma, die in Ungarn einen so prägenden Eifluss auf die Musik hatten, dass ihre Kunst in der ganzen Welt als die eigentliche Volksmusik Ungarns verstanden wird. Den gesamten Balkan prägen Roma bis heute mit ihrer über Generationen weitergegebenen Musik-Kultur und inspirierten auch Viktor Novikov und Vittorio Monti zur ihren musikalischen Balkan-Fantasien. Wenn Ribić am Ende des Konzerts traditionelle Stücke aus Serbien erklingen lässt, zeigt er die Kraft der Musik, die die in der Geschichte so oft von blutigen Koflikten heimgesuchten Völker des Balkans über die Grenzen von Kultur, Religion und Sprache hinweg verbindet. 

Dragan Ribić war mehrfach erster Preisträger internationaler Akkordeonwettbewerbe. 

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.niederrhein-musikfestival.de

Termin: 6. Oktober 2019, 17 Uhr

Ort: Stammenmühle, Büschen 1, 41334 Nettetal
Karten: www.niederrhein-musikfestival.de

Programm:

Domenico Scarlatti (1685-1757)
Sonata c-Moll K126 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Aus der Englischen Suite
Nr. 3 g-Moll BWV 808
°Courante
°Sarabande
°Gavotte I
°Gavotte II 

François Couperin (1668-1733)
Les Roseaux 

Jean-Philippe Rameau (1683-1764)
Aus Pièces de clavecin: Le Rappel des Oiseaux 

Franz Liszt (1811-1886)
Ungarische Rhapsodie Nr. 15 a-Moll Rákóczy-Marsch
(bearb.: Vladimir Horowitz) 

Viktor Novikov (*1953)
Gypsy Paraphrase 

Vittorio Monti (1868-1922)
Csárdás 

Trad. Serbien
Fünf Lieder in ungeraden Rhythmen

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