We’ll strive to please you!

Zu Beginn werden Zuschauer von den Schauspielern zum Tanz in der ‚Bar‘ aufgefordert.

Twelfth Night, das ist die Nacht vor dem Drei-Königs-Fest am 6. Januar, war zur Zeit der Elisabethaner der Höhepunkt der Weihnachtszeit und wurde ausgelassen gefeiert. Anlass für Shakespeare, um 1601 eine Komödie zu verfassen, die diesen Titel trägt: Twelfth Night, or What you will; im Deutschen bekannt als Was ihr wollt. Es ist die zweite sensationelle Deutschland-Premiere des englischen Watermill Theatre beim Shakespeare-Festival im Globe Neuss.

Molvolio (Peter Dukes), umgeben von den ‚Bar‘-Musikern.

Regisseur Paul Hart inszeniert die Komödie mit der jungen Truppe in einem Jazzclub der 1920er Jahre kurz nach dem ersten Weltkrieg. Herzog Orsino betreibt den Club ‚The Elephant‘, wo die auch musikalisch talentierte Truppe live mitreißende Musik und Songs aus den 1920er Jahren spielt.

Die Handlung, eher verwickelt und verwirrend als stringent oder spannend, endet für alle Beteiligten in Wohlgefallen mit Ausnahme des puritanischen Spielverderbers Malvolio, den Peter Dukes mit viel Charme und Einsatz spielt. Allen zehn jungen Leuten merkt man bei ihrem intensiven Spiel an, wie viel Spaß sie haben. Das ist nicht nur für Shakespeare-Enthusiasten ansteckend, sondern zieht auch Jugendliche in den Bann der Vorstellung. Shakespeare-Hardliner erwarten vielleicht die extra für Twelfth Night komponierten Original-Barock-Kompositionen – was durchaus auch seinen Reiz haben kann -, aber bei der Watermill-Inszenierung geht es moderner und jünger zu.

 

Da wird auf der Bühne getanzt, Gäste aus dem Publikum eingeladen. Jemand aus dem Publikum bekommt einen Schellenkranz. Regisseur Paul Hart will mit seinen Aktionen das Publikum in die Aktion einbinden. Zur Shakespeare-Zeit was das auch üblich. Diese Interaktion ist eine Stärke des Live-Theaters. Das Kino hat Vergleichbares nur einmal geschafft: mit der Rocky Horror picture Show.

Offue Okegbe als Clown Feste liefert eine grandiose Schlussnummer mit seiner Blues-Version des berühmten Songs mit dem Refrain Hey ho, the wind and rain. Und die Truppe verabschiedet sich nach ihrem furiosen Spiel unisono mit der glaubwürdigen Devise: We’ll strive to please you every day!

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics, © Christoph Krey

Informationen: www.shakespeare-festival.de

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