Meister in Text und Tusche

Wir alle kennen Friedrich Karl Waechter als einen der ‚Großen Drei‘ von der ‚Neuen Frankfurter Schule‘, aus Pardon und Titanic. 2005 ist er gestorben, und jetzt ist aus seinem Nachlass ein Kunstwerk aus Graphik und Text erschienen, das nicht bloß alle Genre-Grenzen sprengt (Klappentext), sondern auch noch belegt, dass klassische Märchen selbst Erwachsene unheimlich packen können.

Der Höllenhund ist eines der Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm: Ein Mann entkommt dem Tod, indem er sich dem Teufel für sieben Jahre als Höllenhund verschreibt. Oft steht sein Schicksal auf Messers Schneide, aber zum Schluss kriegt er sein treues Mädchen.

Den Grimmschen Text Der Bärenhäuter hat der geniale Zeichner, Poet, Humorist und Phantast Waechter zur Vorlage genommen und auf seine subtile Art noch wirkungsmächtiger bearbeitet.

Waechter ist mit dem Tuschepinsel ebenso knapp und zielsicher wie mit dem Wort. Die Graphiken, die der großformatige Band effektvoll vor Augen führt, machen aus dem schlichten Märchen ein handfestes Kunstwerk, das nicht zuletzt belegt: Multimedia geht auch mit Papier.

Text: Jan-Peder Lödorfer

Buchtitel mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Informationen: www.diogenes.ch

F. K. Waechter: Der Höllenhund
Diogenes Verlag, 72 Seiten 23x31cm, gebunden
Preis 24 Euro
ISBN 978-3-257-02157-8

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