Kulinarische Blütenlese

Das Freilichtmuseum Lindlar ist ein weitläufiges Gelände. Historische Gebäude wie Gehöfte, Handwerker- und Wirtshäuser sind locker verteilt. Zwischen Feldern und Weiden, auf denen Ackerbau und Viehzucht wie vor hundert Jahren betrieben wird, ist viel Platz für wilde Kräuter und Blumen.

Marianne Frielingsdorf in Aktion

Marianne Frielingsdorf hat sich auf die Erhaltung rar gewordener Gartenpflanzen sowie aufs Verarbeiten von Wildpflanzen als Lebensmittel spezialisiert. Unter ihrer Leitung kann man bei einem Spaziergang durch das Gelände viel über Pflanzenkunde lernen.

Appetit auf Dahlien?

Überall entdeckt man mit der geübten ‚Kräuterhexe‘ nützliche, gesunde und wohlschmeckende Kräuter und Blüten. Viele der Blüten, die oft in Gärten oder am Wegesrand stehen, sind uns vertraut. Aber was man in Küche oder Hausapotheke mit ihnen anfangen kann, wissen wir kaum noch.

Viel Platz für bunte Natur: Blütengarten im Freilichtmuseum

Professionelle Spitzenköche setzen als Farbtupfer schon mal die eine oder andere Blüte ein. Doch Marianne Frielingsdorf geht an fast keiner Pflanze vorbei, ohne ihren Nutzen zu erklären oder auf ihre Schmackhaftigkeit hinzuweisen. So sammeln wir auf unserem Weg über das Museumsgelände gelbe Ringelblumen, orange Kapuzinerkresse und blauen Borretsch ein. Was sie nicht in der freien Natur findet, hat Marianne Frielingsdorf in einem landschaftstypischen Garten angepflanzt.

Gesammelte Farbenpracht

Auch hier gibt es keine Pflanze, die nicht Gnade vor ihren Augen findet und für einen frischen, farbenprächtigen Blütensalat genutzt wird. Wer hätte schon gedacht, dass man selbst Dahlien essen kann?

Gemeinsame Blütenlese in der Kückenkate

 

Erst recht spannend wird es aber, wenn all die gesammelten Kräuter und Blüten dann in der musealen Küchenkate gemeinsam geputzt und verarbeitet werden. Blüten werden auseinandergezupft, Kräuter gereinigt und gehackt, Essbares von Ungenießbarem getrennt.

Abschluss mit Genuss für Auge und Gaumen

Marianne Frielingsdorf hat auf alles ein wachsames Auge. Der fertige Salat sieht zum Schluss aus wie das Körbchen eines kleinen Mädchens, das bei einer Hochzeit oder Prozession Blüten auf den Weg streut. Doch angereichert mit delikaten Wildkräutern schmeckt die außergewöhnliche Mischung durchaus lecker.

Das Angebot ökologischer Führungen im Freilichtmuseum Lindlar reicht von der Kräuterküche über die Zubereitung von Seifen und Kosmetik bis zur Heilwirkung bestimmter Kräuter. Ein Blick in das Jahresprogramm, das auch andere Themen umfasst, lohnt sich bestimmt.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Fotos)

www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

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