Kein Stillstand im Clemens Sels

Das Clemens Sels Museum in Neuss begeistert sein Publikum immer wieder mit regionalen Themen, außergewöhnlicher Kunst aus Sammlungen und Leihgaben sowie Aktionen, die nicht nur Kunst-Kenner ins Haus locken. Auch 2020 bleibt das Haus an der Peripherie Düsseldorfs ein lohnendes Ziel.

Haben für die Besucher des CSM einen bunten Strauss zusammengestellt:
Romina Friedemann, Bettina Zeman, Carl Pause, Uta Husmeier-Schirlitz und Anita Hachmann (v.l.n.r.)

Drei große und eine kleinere Ausstellung bietet allein das Haupthaus des Clemens Sels Museums am Oberntor in Neuss. Hinzu kommen drei weitere Schauen in der Dependance Feld-Haus, die in diesem Jahr doppelten Geburtstag feiert: zehn Jahre Feld-Haus und hundertster Geburtstag seiner Gründerin Dr. Irmgard Feldhaus.

Am 19. April beginnt der Dreier-Reigen auf dem Kirkeby-Feld, dem Standort des Feld-Haus mit der Ausstellung der Künstlerin Frauke Dannert. Sie hat sich besonders der Papier-Collage verschrieben: „Fast ein wenig antiquiert mutet ihre Arbeitsweise mit Schere, Kleiber und Overhead-Projektor an“, erklärt Kuratorin Romina Friedemann. „Dannert verfremdet ihre Ausgangsobjekte so lange, bis völlig neue entstehen.“ Diese sind sowohl floral wie auch architektonisch geprägt und passen ausgezeichnet in das Umfeld des abseits gelegenen Museums.
Die Ausstellung wir ab dem 19. April im Feld-Haus zu sehen sein.

Viele in die Jahre gekommenen Mädchen – wie ich, die Autorin – erinnern sich noch an die Vorläufer der Barbie-Puppen: Mode-Modelle auf Papier, die man ausschnitt, und denen man dann verschiedene Kleider und Accessoires mit Hilfe kleiner Umklapp-Laschen ‚anziehen‘ konnte. Vintage Fashion. Paper Dolls aus der Sammlung des Wirtschaftswundermuseums ist ab dem 6. September geöffnet.

Für die Frühjahrsausstellung Vorsicht Glas! Hinterglasmalerei von August Macke bis heute im Museum am Neusser Oberntor hat Kuratorin Bettina Zeman Werke bedeutender Künstler zusammengetragen, die von den Eigentümern meist ungern ausgeliehen werden – schon wegen ihrer Zerbrechlichkeit. Die Schau zeigt Hinterglasmalereien namhafter Künstler wie August Macke, Gabriele Münter und Paul Klee. Besonders Klee ist in einer Weise zu sehen, die den meisten Kennern seiner Werke unbekannt sein dürfte. Mit dem Niederrheiner Campendonk erhält die Ausstellung einen regionalen Bezug, auf den das Museum großen Wert legt. Spannend dabei sind auch besonders die Arbeiten zeitgenössischer Künstler wie Michael Jäger, Camill Leberer und Gaby Terhuven, die teilweise eigens für die Ausstellung gestaltet wurden.

Im Sommer ist dann die Schau Fisch, Land, Fluss geplant, die der Kurator für Staatsgeschichte und Archäologie, Carl Pause, zusammenstellt. Neben der Zeitreise durch zehntausendjährige Fischereigeschichte verspricht sie den Besuchern auch kulinarische Genüsse: ganz Clemens Sels!

Auf den Herbst dürfen sich die Tanz-Fans freuen. Tanz aus Licht und Farbe. Loïe Fuller: Pionierin der Avantgarde steht auf dem Programm. Die Tänzerin war für ihren Serpentinen-Tanz berühmt. Sie war aber auch die erste, die mit elektrischem Licht Akzente auf die Bühne setzte. Immer wieder erdachte sie neue Effekte. „So bat sie die mit ihr befreundeten Physiker Pierre und Marie Curie um ein wenig Radium, damit sie einen fluoreszierenden Effekt auf ihr Kostüm bringen konnte“, weiß Kuratorin Anita Hachmann zu berichten. „Das hat sie aber nicht bekommen!“ Die Fluoreszenz hat Loïe dann auf anderem Weg erzielt.

Außerdem wird es im Frühsommer von Mai bis August eine kleine Ausstellung mit Werken des niederrheinischen Künstlers Wilhelm Teuwen geben: Mythos und Symbol.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.clemens-sels-museum.de

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