Musikalisches Denkmal

Hrant Dink, geboren 1954, hatte sich als Chefredakteur einer zweisprachigen (türkisch/armenischen) Zeitung engagiert für Meinungsfreiheit, Menschenrechte und Verständigung zwischen ethnischen und religiösen Gruppen. Vor allem setzte er sich aber auch dafür ein, dass der türkische Staat den Völkermord an den Armeniern anerkennt, was die Türkei bis heute verweigert. Im Jahr 1915 hatte das damalige Regime der sogenannten Jungtürken aus rassistischen Motiven einen Massenmord an der christlichen Minderheit verübt, dem rund eine Million Menschen zum Opfer fielen. Die offizielle türkische Haltung leugnet dies bis heute. (Eine kurze Zusammenfassung gibt die Resolution, die der Deutsche Bundestag im Jahr 2005 verabschiedet hat.)

Im September 2010 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei für den Mord an Hrant Dink vor dreieinhalb Jahren mitverantwortlich gemacht. Der Staat habe den türkisch-armenischen Journalisten nicht ausreichend geschützt, obwohl ein Angriff absehbar gewesen sei, so die Argumentation der Richter.

Im Juli 2011 wurde der heute 21-jährige Täter zu 23 Jahren Haft verurteilt.

Ulrich Klan, der Komponist und Violinsolist, ist Vorsitzender der Armin T. Wegner Gesellschaft. Armin T. Wegner war ein Schriftsteller, der unter anderem den Massenmord an den Armeniern im Jahr 1915 mit Photographien dokumentiert hatte.

'Wie eine Taube' - Oratorium für Hrant Dink

Das Oratorium besteht aus klassisch komponierten Passagen für Chor und Klaviertrio, ergänzt durch die traditionellen Instrumente Duduk – ein armenisches Blasinstrument mit doppeltem Rohrblatt und einem weichen Klang, der an die tiefe Lage einer Klarinette erinnert – und die türkisch-kurdische Langhalslaute Baglama. Zwischen den musikalischen Passagen stehen gesprochene Texte von Hrant Dink und seiner Frau Rakel. Die Chortexte sind unter anderem den heiligen Texten dreier Religionen und Gedichten entnommen. So stammt der Schlussvers von Else Lasker-Schüler: „Es hat nie ein Egel den anderen nach seiner Konfession gefragt.“

Die Mitwirkenden sind die Kantorei Barmen Gemarke, Gevorg Dabaghyan (Duduk), Aslı Dila Kaya (Baglama), Robert Dißelmeyer (Klavier), Aja Hiner (Cello), Ulrich Klan (Violine), Michael Pattmann (Percussion) und in den Sprechrollen Ralf Grobel und Günfer Çölgeçen. Die Leitung hat Wolfgang Kläsener.

Zum Album gehört je ein Begleitheft in Deutsch und Armenisch. Auch die Menus der DVD könne wahlweise auf Deutsch, Armenisch oder Türkisch gelesen werden. Die DVD ‚Wie eine Taube‘ kann über die Armin T. Wegner Gesellschaft in Wuppertal bezogen werden.

repor-tal (Text)

Einkaufen bei Amazon.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *

Diese Seite kann Cookies verwenden, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung