Die Post pumpt sich
zinslos unser Geld

Mit schnöder Regelmäßigkeit hat die Post auch zu diesem Jahreswechsel wieder das Briefporto erhöht. Wo bleiben da die Verbraucherschützer? Dass alles teurer wird, ist ja normal. Aber wieso muss man Dienstleistungen, die man längst bezahlt hat, nochmal teurer bezahlen?

Denn eins ist doch ganz klar: Wer eine Briefmarke kauft, bezahlt eine Dienstleistung. Man kauft eine Briefmarke – von Sammlern wollen wir hier mal absehen – ja nicht als Geldanlage, sondern weil man Briefe und Postkarten verschicken will. Man kauft passende Werte für eine Postkarte, einen Brief, einen Maxibrief. Damit man nicht jedes Mal zum Postshop laufen muss, kauft man meist einen mehr oder weniger großen Vorrat.

Die Post kassiert das Geld und leistet dafür – zunächst mal – nichts. Erst wenn man die Marke auf den Umschlag oder die Karte klebt und die Sendung in den gelben Kasten wirft, wird die Gegenleistung fällig. Doch wenn das Jahr mal wieder herum ist, hat der Kunde Pech und muss draufzahlen.

Mit welchem anderen Recht als dem der Gewohnheit nimmt die Post dies in Anspruch? Andere Dienstleistungen, etwa Reisen oder Eintrittskarten, sind um so günstiger, je früher man sie bucht – selbst wenn man sie noch nicht voll bezahlt. Auch normale Bus- und Bahntickets bleiben nach Tarif-Erhöhungen einige Wochen oder sogar ein paar Monate gültig.

Bonks wBriefmarken sind von einem auf den anderen Tag nicht mehr das wert, wofür man sie gekauft hat. Wie wär’s, wenn man auf die Briefmarken zusätzlich zum Preis in Cent auch den Wert der postalischen Leistung drucken würde, etwa ‚Postkarte‘ oder ‚Standardbrief‘! Das wäre nicht nur fair und kundenfreundlich, sondern auch einfach zu realisieren.

Dann hätte die Post zwar immer noch unser gepumptes Geld als zinslosen Kredit, aber dessen Gegenwert würde zumindest nicht auch noch langsam aufgezehrt.

Schorsch Bonks

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