Falke, Habicht, Steinadler & Co.

Wer ein Falkner werden will, braucht zunächst den Jagdschein. „Danach muss man für diese Ausbildung bei uns viel Zeit einkalkulieren“, erklärt Heinrich Oehm. Seine Vögel leben auf dem Gelände des ‚Yellowstone e.V.‘ in Düsseldorf, der sich mit der Kultur der Ureinwohner Nordamerikas beschäftigt. „Wir arbeiten bei uns fast jedes Wochenende intensiv mit den Greifvögeln.“ Anderswo gebe es Crashkurse, bei denen man seine Prüfung schon nach zwei oder drei Wochen ablegen könne.

Heinrich Oehm

Aber davon hält Heinrich Oehm nichts: „Theorie sehe ich als sehr wichtig an, aber noch viel wichtiger ist die Praxis. Man muss den richtigen Umgang mit den Vögeln lernen.“

Dazu gehört nicht nur, zu wissen was der Vogel von Natur aus jagt, sondern zum Beispiel auch, wann er jagt. „Ein satter Vogel geht nicht auf die Jagd. Er muss schon hungrig sein, sonst bleibt er irgendwo sitzen“, erklärt Oehm. „Um dem Greifvogel beizubringen, dass er immer wieder zurückkommt, ist es zwingend notwendig, seine natürlichen Gegebenheiten zu kennen.“

Steinadler Alexa

Also, hungrig muss der Vogel sein und geatzt – so heißt die Fütterung bei den Falknern – wird auf dem Handschuh. Was so einfach klingt, verlangt aber viel Geduld und gute Kenntnis seiner Tiere.

„Wir möchten, das die Leute, die sich mit der Greifvogeljagd befassen wollen, vorher wissen, worauf sie sich da einlassen“, sagt Heinrich Oehm. Da wird auch schon‚ mal das Gewicht solch eines gefiederten Jägers unterschätzt. „Wenn wir da zum Beispiel einen Steinadler nehmen, dann bringt der schon seine fünf bis sechs Kilo auf die Waage. Und die muss ich dann ja auch auf meinem Arm halten.“ Ein Steinadler gehört aber ohnehin in eine Kategorie, die nur erfahrene Falkner halten sollten.

Falken sind die schnellsten Jäger.

Im Falkner Kurs mit Heinrich Oehm können die Teilnehmer aus zunächst ausprobieren, welcher Vogel für sie der richtige ist. Er hat verschiedene Exemplare, die er seinen Kursteilnehmern auch nahe bringt. „Am besten geeignet für die Jagd – zumindest am Anfang – sind wohl ein Wanderfalke oder ein Habicht“, so Oehm. „Aber das kann jeder ganz in Ruhe für sich herausfinden. Ich möchte eigentlich, dass die Leute hier vom Gelände gehen und sagen, ich habe jetzt so viel Praxis, ich weiß jetzt, worauf ich mich einlasse. Denn eigentlich muss man zwei Prüfungen bestehen. Die erste ist der Schein. Aber die zweite nimmt der Vogel ab. Denn wenn der bei der ersten Jagd verschwindet, wird es teuer.“

Welcher Vogel passt zu Ihnen?

Wer aber zunächst mehr von den einheimischen Greifvögeln erfahren oder nicht unbedingt einen Falkner-Schein machen möchte, kann auch an einem Greifvogel-Praktikum oder Greifvogel-Seminar teilnehmen.

Die Ausbildung beginnt im Oktober, und die Prüfung ist dann für den März des folgenden Jahres vorgesehen. Der erfolgreiche Kursteilnehmer kann mit seiner Urkunde zur Unteren Jagdbehörde gehen und sich die Genehmigung zur Greifvogelhaltung erteilen lassen. Und dann: Waidmanns Heil!

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Fotos)

Informationen: www.yellowstone-duesseldorf.de

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