Wie die Farben Furore machten

‚Elfenspiel‘ – Chromolithographie ca 1910

‚Aufbruch ins Land der Farben‘ nennt das Feld-Haus Museum für Populäre Druckgrafik seine neueste Ausstellung. Vom 24.November 2019 bis zum 29. März 2020 ist hier zu sehen, wie die frühen Drucktechniken funktionieren und wie durch Platten aus Holz, Metall und Stein die Welt verändert wurde.

Zunächst war es der Holzschnitt, dann der Kupferstich, mit denen das visuelle Verlangen der Menschen in immer größerem Maße befriedigt werden konnte, wobei die Hersteller dieser Druckerzeugnisse mit schwerwiegenden Verschleißerscheinungen zu kämpfen hatten: Die Platten ließen sich ohne Qualitätsverlust nur wenige hundertmal verwenden, bevor die Konturen unscharf wurden – was indes nicht verhindert, dass gedruckte Bilderbogen, Kalender, Flugblätter und Andachtsbilder reißenden Absatz fanden. 

Herzen, Hände, Rosen und Ranken – die Volksseele in Farben und Formen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelang der Durchbruch zur wirklichen Massenproduktion – als nämlich die Technik des Steindrucks, der Lithografie, erfunden wurde, die unser Leben bis auf den heutigen Tag beeinflusst: Bilder ließen sich jetzt nicht mehr zu Hunderten, sondern zu Tausenden und gar Hunderttausenden reproduzieren; dementsprechend sank der Preis so erheblich, dass sich nunmehr sämtliche Bevölkerungsschichten ihre »Kunstwerke« leisten konnten. Dienstmädchen, Tagelöhner, Proletarier aller Länder versahen sich mit den dekorativen und erbaulichen Erzeugnissen, die von einer kontinuierlich wachsenden Zahl an Verlagen und Druckereien auf den Markt und von fliegenden Händlern von Haus zu Haus gebracht wurden.

Die Ausstellung im Feld-Haus zeigt, wie genau die Drucker arbeiten mussten, wenn sie die Farben korrekt aufs Papier bringen wollten; wie viele Details bei der Kolorierung zu beachten waren, die lange Zeit noch von Hand oder mit Hilfe von Schablonen vorgenommen wurde – bis schließlich mit der Entwicklung der sogenannten Chromolithografie ein weiterer Fortschritt ins Land der Farben gelang. Manche der gedruckten Blätter werden buchstäblich unter die Lupe genommen, weil die verschiedenen Techniken sonst nicht zu unterscheiden wären.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem CICS – Cologne Institute of Conservation Sciences der Technischen Hochschule Köln verwirklicht. Daher gibt es auch kompetente Antworten auf die Frage, wie die in die Jahre gekommenen und somit sehr anfälligen Papierwerke zu erhalten und nötigenfalls zu restaurieren sind.

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: http://clemens-sels-museum-neuss.de/de/button-5.html

Adresse: Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik
Berger Weg 5, 41472 Neuss (auf dem Kirkeby-Feld zwischen Museum Insel Hombroich und Raketenstation Hombroich)

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 11 – 17 Uhr

Eintritt frei

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