Mit Netz, aber ohne doppelten Boden

Cybercrime  F

Wer sich nicht im Internet bewegt, fällt allmählich aus der Welt. Um so wichtiger wird für jeden von uns die Frage: Wie verhindern wir, dass wir auf Tricks hereinfallen? Polizei und Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben in einer Online-Umfrage erfahren, dass den Befragten Sicherheit wichtig ist. Aber viele können gar nicht einschätzen, ob sie schon von Cybercrime betroffen waren oder nicht.

Welche Sicherheitsempfehlungen setzen Internetnutzer um? Können sie eine mögliche Straftat im Internet erkennen, und wie handeln sie in solchen Situationen? Das fragten die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)* und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)** bei einer Online-Umfrage die Besucher ihrer Webseiten. Sie wollten erfahren, wie kompetent Bürger mit den Gefahren des digitalen Alltags umgehen.

Das Ergebnis zeigt, dass die Internetnutzer über aktuelle Sicherheitsprobleme informiert werden wollen, denn Sicherheit ist für die meisten von ihnen ein wichtiger Aspekt im zunehmend vernetzten Leben. Eigene Erfahrungen mit Cyberkriminalität sind dagegen nur für rund die Hälfte der Betroffenen ein Grund, weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Mehr als 80 Prozent der Befragten schützen sich bei der Kommunikation, bei Downloads oder beim Online-Banking. Dagegen ist Sicherheit beim Zugriff auf offenes W-LAN nur für knapp jeden zweiten Befragten von besonderer Bedeutung, obwohl gerade dann mit persönlichen Daten besonders vorsichtig umgegangen werden sollte.
Um sich und die eigene IT zu schützen, nutzen über 90 Prozent der Befragten aktuelle Antivirenprogramme und eine Firewall, knapp 90 Prozent achten auf eine sichere Verbindung bei der Datenübertragung. Etwa jeder Dritte Befragte sagt, dass er bereits Opfer von Internetkriminalität geworden sei. Alarmierend ist aber, dass fast alle anderen angeben, das gar nicht sicher zu wissen.

„Dies ist ein deutliches Signal dafür, dass die Menschen konsequente Informationen über Cybercrime brauchen. Bislang setzen nur etwas mehr als die Hälfte aktuelle Sicherheitsempfehlungen sofort um“, sagt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). „Wir als Polizei arbeiten mit unserer Präventionsarbeit noch stärker daran, dass sich Opfer von Internetkriminalität an uns wenden – so können wir unsere Aufklärungsarbeit verbessern und mehr für den Schutz der Bürger tun.“

“Die Ergebnisse der Umfrage zeigen uns, dass IT-Sicherheit und die Sicherheit der eigenen Daten für die Nutzer zunehmend wichtiger werden“, ergänzt Michael Hange, Präsident des BSI. „Antivirenprogramme oder ein automatisches Update-Management sind fest bei den Nutzern etabliert, andere Schutzmaßnahmen wie der Internetzugriff ohne Administratorrechte oder die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation werden eher selten umgesetzt. Hier können wir ansetzen, um das Schutzniveau im Internet weiter anzuheben.“

Ergebnisse aus der Online-Umfrage der Polizei und des BSI im Überblick:

  • 1724 Teilnehmer (männlich: 79,4 %, weiblich: 20,6%)
  • 51,4% setzen aktuelle Sicherheitsempfehlungen sofort um, bei weiteren 20% laufen Updates automatisch über das System.
  • 860 Befragte könnten eine mögliche Straftat im Internet erkennen.
  • Von den 565 Personen, die Opfer von Internetkriminalität geworden sind, haben sich nur 15,6% an die Polizei gewandt.

Die Online-Umfrage anlässlich des Europäischen Monats der Cyber-Sicherheit im Oktober sollte die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren – und zu einem verbesserten Informationsangebot der beiden Partner beitragen.

Text: repor-tal

Photo-Quelle  Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Informationen: www.polizei-beratung.de

*Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen und andere Einrichtungen z.B. Schulen in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

**Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist der zentrale IT-Sicherheitsdienstleister der Bundesregierung. In dieser Funktion gestaltet das BSI die IT-Sicherheit in der Bundesverwaltung operativ mit. Als neutrale und unabhängige Stelle befasst sich das BSI mit allen Fragen zur IT-Sicherheit in der Informationsgesellschaft. Insbesondere die Sensibilisierung und Aufklärung von Bürgern, die Kooperation mit der Wirtschaft und Wissenschaft bilden hierbei Arbeitsschwerpunkte. Ziel der Arbeit ist der sichere Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in unserer Gesellschaft.

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