Semester für Ältere: Lifelong Hildesheim

Seit 25 Jahren bietet die Stiftung Universität Hildesheim nun schon das Gasthörerstudium an. Es ist dem ‚center for lifelong learning (cl3)‚ angeschlossen. „Die meisten Gasthörer möchten sich keinen Prüfungsstress antun. Sie studieren aus Freude und Interesse“, sagt Professor Dr. Erwin Wagner, Geschäftsführer des ‚center‘. „Ich hege durchaus große Sympathie für diese ‚Bildungsflaneure’“, setzt er lächelnd hinzu.

Universität Hildesheim, Hauptgebäude
Die Uni Hildesheim: modern ...

An der Uni Hildesheim steht Interessierten der Zugang zu den Bildungsangeboten offen. Dabei wird auch keine Separierung nach Alter oder Vorbildung vorgenommen. Die Gasthörer studieren im regulären Uni-Betrieb; so wird der Austausch auch über die Generationen hinweg gefördert.

Universität Hildesheim, Domäne Marienburg
... und traditionell: die Domäne Marienburg

Für die Gasthörer gibt es keine Studiengangkonzeption. „Das wurde bisher von unseren Gasthörern größtenteils abgelehnt“, erklärt Professor Wagner. Einschränkungen gibt es nur bei Veranstaltungen mit beschränkter Teilnehmerzahl. Dort ist die Teilnahme nur nach Absprache mit dem jeweiligen Dozenten möglich. Klausuren und Hausarbeiten müssen Gasthörer nicht schreiben. Sie bekommen deshalb auch weder Scheine noch Zertifikate.

Lediglich ein Aufnahmeantrag muss für die Gasthörerschaft rechtzeitig zum Semesterbeginn gestellt werden, und zwar für jedes Semester erneut. Darin werden die persönlichen Daten und die Veranstaltungen angegeben, an denen der Gasthörer teilnehmen möchte. Danach berechnen sich die Semesterwochenstunden, aus denen sich die Gasthörergebühr ergibt. Bis einschließlich vier Semesterwochenstunden zahlt der Gasthörer 100 Euro und ab sechs Semesterwochenstunden 150 Euro pro Semester. Ein Passphoto noch dazu, und schon sind die Formalitäten erledigt. Zulassung und Rechnung kommen dann direkt nach Hause.

Professor Dr. Erwin Wagner, Universität Hildesheim, Lifelong Learning
Professor Dr. Erwin Wagner

Etwa 150 bis 200 Gasthörer gibt es in Hildesheim pro Semester. Ihr Interesse liegt nicht so sehr im naturwissenschaftlichen Bereich, sondern eher im Kulturellen. Auch Sprachen sind nicht so gefragt. Viele der Gasthörenden wählen die Fächer Geschichte, Philosophie, Literatur oder Kunst. „Eigentlich haben wir eine klare Mehrheit in Bereichen, die sich mit Selbstvergewisserung, Kultur und Reflexion beschäftigen“, sagt Professor Wagner. „Beliebt sind auch unsere Projektseminare.“

Diese Seminare bestehen aus einer festgelegten Kombination aus Grundstudium und Projektarbeit. Der Fachbereich für Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation bietet sie an. „Studieren mit Spielraum“, wird dies von der Uni genannt. Hier wird kulturwissenschaftliche Theorie mit künstlerischer Praxis verbunden.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (© Portrait Professor Wagner)
Chris Gossmann, Universität Hildesheim (© Photo Universität Hauptgebäude)
Andreas Hartmann, Universität Hildesheim (© Photo Domäne Marienburg)
S. Gatterwe – Fotolia (© Artikelbild-Graphik)

Informationen: www.uni-hildesheim.de

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