Sahne-Lachs
und Storchennest

Zu den besseren Plätzen für Spreewälder Spezialitäten gehört die ‚Bauernschänke am Storchennest‘ im kleinen Dörfchen Lehde, gleich neben Lübbenau. In Lehde scheint die Welt stillzustehen, wenn die Touristenkähne abends nicht mehr durch die Fließe treiben und die ‚Abfütterungsstätten‚ für diese Gruppen schließen. Ein wenig ab vom Fließ, die Dorfstraße ein kleines Stück hinauf, kurz hinter dem Spritzenhaus der Feuerwehr, auf dem ein Storch jedes Jahr sein Nest verteidigt, da liegt unauffällig der Eingang zur ‚Bauernschänke‘ von Familie Wenske.

Bauernschänke Lehde © repor-tal
Etwas versteckt hinter hohen Hecken liegt die Bauernschänke.

Natürlich gibt es auch hier den unausweichlichen Gurkenteller mit drei verschiedenen Sorten (Senf-, Salz- und Gewürzgurke). Interessanter sind aber zum Beispiel das gedünstete Welsfilet in Spreewälder Fischsoße mit Petersilienkartoffeln (12,50 Euro) und Spreewälder Quark mit Lausitzer Leinöl und Salzkartoffeln (6 Euro). Auf den ersten Blick sind die beiden so verschiedenen Gerichte einander äußerlich recht ähnlich. Der Fisch ist unter untergetaucht in einer dicken Schicht Sahnesoße mit verschiednen Kräutern. Denn Fischsoße ist nicht eine Soße, die aus Fisch besteht, sondern eine Soße zum Fisch. Das ganze Gericht schmeckt sehr sahnig. Nicht nur der Fisch, sondern auch sein typischer Geschmack geht ein wenig in der üppigen Sahnesoße unter. Aber es ist eine sehr große Portion. Traditionell war dies ein Sonntagsgericht im Spreewald. Montags wurden dann vom Rest der reichhaltigen Soße ‚Blinde Fische‘ gemacht. Dazu wird Brot in der Soße getränkt und dann in der Pfanne wie ein Fisch gebacken. Auch dieses Gericht findet sich auf der Karte der Bauernschänke (6 Euro).

Auch das Quark-Gericht ist sehr reichlich bemessen. Das Leinöl wird nach Bedarf auf den Quark gegeben. Es ist angenehm, sich aus einem Kännchen zu bedienen und nicht beliebig viel Öl auf dem Teller schwimmen zu haben. Denn der etwas strenge Geschmack des Lausitzer Leinöls ist auch nicht jedermanns Sache.

Zwei weitere Spezialitäten sollten man auf jeden Fall in der Bauernschänke probieren: Nach dem reichhaltigen Essen empfiehlt sich ein Meerrettich-Schnaps, den es nur hier gibt. Er schmeckt wirklich scharf nach dieser Wurzel, ist also vor allem etwas für Meerrettich-Liebhaber. Und bei warmen Wetter sollte man auch einmal das Gurken-Radler testen. Wirklich grün wie eine Gurke leuchtet es in der Sonne durch das Glas. 2.4 Prozent Alkohol enthält dieses Getränk. Und das Erstaunlichste: Es schmeckt tatsächlich leicht nach einer Schlangengurke. Bei Hitze sehr erfrischend.

Bauernschänke Lehde © repor-tal
Der Biergarten ist gemütlich eingebettet.

Die Portionen in der Bauernschänke scheinen alle für den großen Hunger bemessen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgewogen. Für warme Tage gibt es aber auch leichte Speisen, wie zum Beispiel die Spreewälder Bauernsülze mit hausgemachter Remoulade und Bratkartoffeln (8,20 Euro). Wirklich gut! Und empfehlenswert auch unbedingt die Ofenkartoffeln mit einem Gemüse-Matjes-Salat (6,20 Euro). Beide Gerichte sind ausgewogen gewürzt und erfrischend.

Und wer es dann noch schafft: zum Dessert gibt es eine Spreewälder Hefeplinse, als Original serviert mit Zimt, Zucker und Butter. Es handelt sich dabei um ein Gebäck, das frisch aus der Pfanne serviert wird. Schön locker sollte es sein, genau wie es in der ‚Bauernschänke‘ gereicht wird.

Storch © repor-tal
Und der Storch ist auch nicht weit.

Die ‚Bauernschänke‘ bietet einen schlicht rustikalen Gastraum bei kühlem Wetter, aber bei Sonnenschein sollte man unbedingt im lauschigen Biergarten verweilen. Er liegt zwar nicht am Wasser, aber die hohen Hecken ringsum ergeben ein ‚grünes‘ Ambiente, und von einigen Plätzen aus kann man das Storchennest beobachten.

Text: Ruth Hoffmann

Photos: © repor-tal

Adresse: Bauernschänke am Storchennest, Dorfstraße 3, 03222 Lübbenau/Spreewald

Telefon: 03542 / 87 94 568

Öffnungszeiten: April bis Oktober, in den Wintermonaten auf Anfrage, Große Abendkarte von Mai bis September

Anmerkung: ‘fifty2go’ erhebt nicht den Anspruch, objektiver Restaurant-Tester zu sein. Wir berichten, wie uns ein Restaurant gefallen hat. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und auch die Tagesform des Personals kann variieren. Ob es Ihnen schmeckt, müssen Sie also selbst herausfinden!

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