Jeder Plop
ein Flop

Ich liebe dieses herbe Pils aus dem hohen Norden, das immer noch in den schönen Bügelflaschen verkauft wird (‚Beugelbuddeln‘ auf Plattdütsch). Doch seit einiger Zeit macht sich in mir ein wachsender Unmut breit; denn ich fühle mich veräppelt.

„Plop in den Urlaub“ steht fett auf jedem Etikett. Und dass man das ‚Etikett abziehen, den Code finden und gewinnen‘ soll. Tausende von Geldpreisen sind ausgelobt und Millionen sogenanter Sofortgewinne. Wahrschenlich sind es bloß Gimmicks, aber was soll’s – es geht ja beim Bier um Freizeit, Entspannung und den Spaß am Leben.

Natürlich darf man nicht erwarten, dass man auf Anhieb einen Gewinn erwischt. Aber wenn man so im Lauf von Wochen und Monaten allein oder mit anderen netten Menschen diverse Fläschchen geköpft und Dutzende Etiketten mühsam von den Flaschen abgeknispelt hat, dann stößt einem der stereotype Aufdruck:

„Schade, kein Gewinncode“

langsam aber sicher immer saurer auf. Und als Medien-Profi denke ich: Welcher Torfkopf hat dieser Firma eine Werbe-Aktion eingeredet, die garantiert nach hinten losgeht? Auf jedes freudige Ereignis mit einem Gewinn – und sei er auch noch so geringwertig – kommen bei diesem Knibbel-Lotto doch offenbar Dutzende, wahrscheinlich sogar mehr als hundert Frustrationserlebnisse!

A propos Lotto: Bei denen kann man sich abgucken, wie man das einfältige Publikum mit Erfolg an der Nase herumführt. Aber als Brauerei sollte man sich davor hüten, seiner treuen Kundschaft den Biergenuss mit einer Nieten-Tombola madig zu machen.

Unser deutsches Bier ist der Inbegriff des reellen und ehrlichen Genussmittels, dafür steht schließlich das bayrische Reinheitsgebot seit 1516, das auch die Nordlichter auf ihrem Etikett zitieren. Dann aber sollte man auch keine Nieten draufkleben. Bier ist Bier und Lotto ist Lotto.

Schorsch Bonks

 

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