Kultur öffnet Welten

Das gesamte Team ‚Neue deutsche Stadtgesellschaft‘ mit dem Kulturamtsleiter Harald Müller in der Mitte.

Die Stadt Neuss am Niederrhein hat es im bundesweiten Wettbewerb unter dem Motto Kultur öffnet Welten unter die Top Ten geschafft. NRW-Kulturstaatsministerin Monika Grütters verleiht den Sonderpreis heute im Schauspielhaus Düsseldorf.

In der Alten Post realisiert Hans Ennen ein Konzept, in dem nur die Künstler zählen – ungeachtet ihrer Hautfarbe und ihres kulturellen Hintergrundes: HipHop-Tanztheater, Ausstellungen und Kurse haben eine Gemeinschaft wachsen lassen, die ein breites Publikum erobert.
In der Deutschen Kammerakademie finden Musiker der unterschiedlichsten Nationen zusammen, um im heimischen Zeughaus und auf nationalen und internationalen Podien zu spielen.

Die Türen der Neusser Kultureinrichtungen stehen offen, um Migranten den Zugang zu den öffentlichen Räumen zu ermöglichen: „Migration hat schon immer existiert. Unsere Gesellschaft ist nicht statisch“, sagt Uta Husmeier vom Clemens Sels Museum Neuss. Für sie sind „Kunst und Kultur ein Anlass zu Begegnungen in Augenhöhe und zu inspirierenden Dialogen“.

Die Stadtbibliothek verleiht nicht nur Bücher in vielen Sprachen, sondern sie stellt auch kostenfreie Sprachkurse und ein großes Spektrum an Computerspielen zur Verfügung. Im Theater am Schlachthof (TAS) gestalten die interkulturellen Projekthelden ihre Songs und Musikvideos. Im Clemens Sels Museum gibt es Führungen von Kindern für Kinder, und eine Kunsthistorikerin erklärt den Neu-Neussern in arabischer und kurdischer Sprache die ausgestellten Werke und die Stadtgeschichte.

Diversität ist die Grundlage des Konzeptes Neue deutsche Stadtgesellschaft, das der Rat der Stadt beschlossen hat und das sich unter der Federführung des Amtsleiters Harald Müller und unter Mitarbeit seines Interkulturbeauftragen Deniz Elbir auf die jahrelange erfolgreiche Interkulturarbeit des Kulturamtes Neuss stützt.

Also nur etwas für Flüchtlinge und Migranten? Keineswegs: „Unsere Türen sind offen für jedermann,“ betont Hüseyin Karabulut vom Alevitischen Gemeindezentrum, der aktiv das Leben in Neuss mitgestaltet und einmal monatlich zum Nachbarschaftsfrühstück in die Begegnungsstätte einlädt.

Die Volkshochschule ist zu einem Ort geworden, an dem Leute der verschiedensten Kulturen voneinander lernen und sich gegenseitig helfen. Vor gut einem Jahr wurde im RomaNeum das internationale Café eröffnet, in dem man jeden Dienstag ab 16 Uhr die Integrationslotsen finden kann. Diese ehrenamtlichen Helfer übersetzen, helfen auf dem Amt oder beim Arzt – und können das  auf Japanisch, Russisch, Türkisch, Französisch, Niederländisch, Arabisch und Farsi.

Das Projekt JeKits (jedem Kind seine Stimme) ist inzwischen bereits ein erfolgreicher Oldtimer: Vor zehn Jahren wurde das Projekt von der Musikschule mit dem Ziel gegründet, Kinder durch gemeinsames Singen zu Selbstbewusstsein und sozialer Kompetenz zu verhelfen.

Lydia Grün, Geschäftsführerin ’netzwerk junge ohren‘, gratuliert Kulturamtsleiter Harald Müller zur Nominierung.

Zur Umsetzung des komplexen Projektes haben Harald Müller und sein Team sowohl kommunale Einrichtungen, freie Träger und Religionsgemeinschaften als auch Vertreter der Stadtverwaltung aus den Bereichen Kultur, Sport und Soziales an einen Tisch geholt. Ein Modellvorhaben, wie der Deutsche Städtetag befand, als er das Neusser Konzept für den bundesweiten Sonderpreis Kultur öffnet Welten vorgeschlagen hat.

„Neuss beweist demokratische Kompetenz; die Herangehensweise ist bundesweit neu und schafft dauerhafte Strukturen für vernetzte Aktivitäten“, heißt es in der Würdigung der Jury, die Lydia Grün, die Geschäftsführerin des netzwerk junge ohren, verliest.

Der Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben und honoriert neue Formen der Zusammenarbeit kultureller Akteure mit Partnern aus Sport, Wirtschaft, religiösen Gemeinschaften oder der Zivilgesellschaft. Aus zahlreichen Vorschlägen hat eine Fachjury zehn Ideen ausgewählt, die Künstler und Kreative aus ganz Deutschland umgesetzt haben.

Nominiert wurden folgende Projekte:

• Achtung Schiris. Niedersachsen.
• CROSSOVER Saarbrücken. Saarland.
• Das Mannheimer Erbe der Weltkulturen – die Show. Baden- Württemberg.
• Das reisende Vorlese-Sofa. Bremen.
• Die lebende Bibliothek. Nordrhein-Westfalen.
• Jugend- und Kulturzentrum Demokratiebahnhof Anklam. Mecklenburg-Vorpommern.
• Musik schafft Perspektive. Brandenburg.
• Neue deutsche Stadtgesellschaft. Nordrhein-Westfalen.
• NEW HAMBURG. Hamburg.
• Odyssee.16 – ein Musiktheaterprojekt. Rheinland-Pfalz.

Jede Nominierung ist mit einer Prämie von 2.500 Euro verbunden, die drei Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro.

Text: repor-tal / Pro Classics

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics, © repor-tal

Informationen: www.kultur-oeffnet-welten.de

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