Der Krieg der
Kichererbsen

US-Präsident Obama wurde bei seinem Besuch in Israel auch mit Hummus und Falafel bewirtet; denn das sind laut Presseberichten ‚Israelische Nationalspeisen‘.

Letzteres allerdings geht den arabischen Nachbarn an die Ehre. Hummus und Falafel seien Teil der arabischen Kultur, heißt es in etlichen arabischen Medien. Die Sesampaste und die Kicherebsen-Bällchen für Israel zu vereinnahmen sei mindestens Diebstahl; einzelne Einpeitscher geifern sogar von einem ‚Kriegsverbrechen‘.

Das deutsche Weblog ‚Israelnetz‘ berichtet, dass der ‚Hummus-Krieg‘ vor zehn Jahren schon mal eskaliert sei: Damals habe die Palästinensische Vertretung bei der UNO dagegen protestiert, dass in britischen Supermärkten Hummus-Päckchen mit dem Aufdruck ‚Israelische Nationalspeise‘ angeboten wurden. Der Protest war vergebens.

Um die Scharte auszuwetzen, wurde dann in der libanesischen Hauptstadt Beirut die Rekord-Portion von 1.000 Kilo Hummus zubereitet. Kurz danach aber hatten Israelis diesen Rekord schon wieder übertroffen, gleich mit der doppelten Menge.

Schön wär’s, wenn sich die Hardliner dazu bereit fänden, den Konflikt nur noch auf dieser Ebene auszutragen! Wenn also zum Beispiel in Be’er Sheva und anderen Orten in Israel statt Raketen künftig nur noch Falafel einschlagen würden.

Doch – mal im Ernst – an solchen Beispielen lernt man die (durchaus zu Recht) viel kritisierte Eurokratie mal wieder zu schätzen. Denn wenn die Verordnung der EU-Kommission vom 15. Oktober 2002 nicht von allen friedlich beachtet würde, dann hätte es mitten in Europa leicht zu einem Feta-Konflikt kommen können, nämlich zwischen Griechenland und Dänemark. Die Folgen wären kaum auszudenken; zumal ganz Deutschland mitten dazwischen liegt!

Doch seitdem darf nur der griechische Käse den Namen ‚Feta‘ tragen. Nicht-griechische Konkurrenzprodukte müssen unter Ersatznamen firmieren wie ‚Balkankäse‘ oder ‚Hirtenkäse‘, auch wenn sie weder vom Balkan noch von Hirten stammen.

Das alles wurde natürlich nur möglich, weil die Dänen großzügig darauf verzichteten, den Griechen ihren National- Haupt- und Staatskäse streitig zu machen.

Und solches ist keineswegs selbstverständlich. Deshalb sollten wir, wenn wir ein europäisches Nachbarland besuchen, uns immer mal wieder kurz klar machen, dass unsere Großväter noch aufeinander geschossen haben.

Schorsch Bonks

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