Vorsicht Video-Ident!

Ehe man sich versieht: abgerutscht! (Fotolia © fotomek)

Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen vor Identitätsdiebstahl durch sogenannte Video-Ident-Verfahren im Internet. Dabei wird ohne Wissen der Betroffenen ein Konto auf ihren Namen bei einer Direktbank eingerichtet. Dieses Konto verwenden Kriminelle für Geldwäsche oder Betrug.

Es beginnt mit verlockenden Angeboten: Ein Job bei einem bekannten Unternehmen, eine bezahlbare Wohnung im umkämpften Mietmarkt, ein willkommener Zusatzverdienst als Produkttester. Gemeinsam ist diesen sehr unterschiedlichen Angeboten nur, dass die vorgeblichen Anbieter die Verbraucher dazu bringen wollen, ein Video-Ident-Verfahren zu nutzen. 

Ein persönliches Gespräch sei leider nicht möglich, daher werden die Bewerber aufgefordert, „aus Sicherheitsgründen“ ihre Identität „bei einer Partnerbank“ nachzuweisen. Dafür soll zum Beispiel das Online-Identifizierungsverfahren einer Direktbank, das Video-Ident-Verfahren, genutzt werden. 

Die ahnungslosen Betroffenen sehen sich in der Folge gewichtigen strafrechtlichen Vorwürfen ausgesetzt, wenn illegale Geschäfte unter ihrer geklauten Identität abgewickelt wurden. Denn die Opfer der illegalen Geschäfte wenden sich zunächst mit ihren Ansprüchen an den vermeintlichen Kontoinhaber als Täter. Es kann sehr mühsam sein, sich dagegen zu wehren.

Plötzlich nicht nur eine doppelte, sondern auch noch eine kriminelle Identität. (Fotolia © Lucian Milasan)

Noch bedrohlicher wird es, wenn das Konto wirklich für Geldwäsche genutzt wird: „Für die Betroffenen steht dann die Frage im Raum: War es naiv von mir, den Erklärungen und Versprechungen der Täter zu glauben? Hätte ich erkennen müssen, dass da irgendetwas nicht stimmt? Denn die so genannte Leichtfertigkeit kann in diesem Zusammenhang ebenfalls bestraft werden“, sagt Julia Gerhards, Referentin für Verbraucherrecht und Datenschutz bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Die wichtigsten Tipps und Hinweise von Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale: 

  • Lassen Sie sich niemals auf die Durchführung eines Video-Ident-Verfahrens bei einer Bank ein, es sei denn, Sie selbst möchten dort ein Konto eröffnen.
  • Seien Sie vorsichtig mit der Preisgabe persönlicher Daten und der Übersendung von Ausweiskopien oder Fotos, auf denen auch der Ausweis zu sehen ist.
  • Versenden Sie niemals eingescannte amtliche Dokumente (Ausweiskopie, Zulassungsbescheinigungen usw.) oder ähnliche sensible Informationen (Gehaltsnachweis, Schufa usw.) an unbekannte Personen.
  • Prüfen Sie vorher genau, ob das Jobangebot und die angegebene Mailadresse oder das Portal auch tatsächlich von dem genannten Unternehmen stammen.
  • Wenn Sie befürchten, auf einen Betrug hereingefallen zu sein, wenden Sie sich umgehend an die Polizei und informieren Sie die Bank.

Text: Verbraucherzentrale RLP / repor-tal

Informationen: www.verbrauchrzentrale-rlp.de, www.polizei.rlp.de

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