Enkaustik – das Wort leitet sich aus dem Griechischen her und stammt von ‚enkauston’ ab, das ‚eingebrannt’ bedeutet. Es ist der Begriff für eine Maltechnik, die erhitztes Wachs auf einen Untergrund aufträgt und dort ‚einbrennt’. Dabei wird flüssiges Bienenwachs mit einem sogenannten Maleisen auf den Untergrund aufgetragen.
Barbara Lautenbach (50) lernte diese Technik 1998 während eines Urlaubs kennen. „Ich war sofort begeistert“, erinnert sie sich lächelnd. Sie war gleich so fasziniert, dass sie jedes Jahr zwei bis drei Kurse besuchte. Mit jeder Erfahrung perfektionierte sie ihre Technik. Viele Workshops und Spezialkurse folgten. Heute gibt es keine Technik mit dem Maleisen, die Barbara Lautenbach nicht beherrscht, und sie hat inzwischen längst ihr eigenes Kursleiter-Diplom.
Ein Besuch im Atelier von Barbara Lautenbach in Haan bei Düsseldorf zeigt die Vielfalt ihrer Kunst. Hell und luftig empfängt das Künstlerreich seine Besucher unter dem Dach. Hier leuchten zahlreiche Wachsstifte in allen Farbvariationen aus dem Regal hervor, und unzählige Spielarten von Papier stapeln sich in ihren Fächern. Wunderschöne Beispiele von Kunstwerken gibt es zu entdecken: Still-Leben und schöne Landschaften, bemalte Keramiken Schalen und Vasen, Geschenkschachteln und Briefkarten zu den unterschiedlichsten Anlässen. Sogar eine Tapete hat Barbara Lautenbach kreiert. „Ihre Vielseitigkeit macht die Enkaustik so extrem interessant“, erklärt die Künstlerin.
Doch Barbara Lautenbach malt nicht allein zu ihrer eigenen Freude. Sie engagiert sich für den Mukoviszidose e.V. Die bisher unheilbare Erbkrankheit führt von Geburt an dazu, dass ein zähes Sekret Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm verstopft. Regelmäßig wiederkehrende Entzündungen zerstören dabei allmählich die Lunge.
Um den Mukoviszidose e.V. zu unterstützen, malt Barbara Lautenbach Karten. Die verkauft sie zum Beispiel auf Kunst- und Weihnachtsmärkten. Aber schon längst hat sie auch ihren festen Kundenstamm, zu dem auch Firmen gehören, die ihre Weihnachtsgrußkarten von der Enkaustik-Künstlerin gestalten lassen. So hat sie im vergangenen Jahr allein 6.000 handgemalte Weihnachtskarten produziert.
„Je nach Wunsch entwerfe ich auch Motive anhand des Firmenlogos. Aber es werden in jedem Fall sehr individuelle Grußkarten“, strahlt sie und fügnt nicht ohne Stolz hinzu: „Wir engagieren uns jetzt seit sechs Jahren und konnten inzwischen schon 50.000 Euro an Spenden überweisen.“ Die Spenden sind zweckgebunden an die Forschung. Barbara Lautenbach behält nichts vom Gewinn für sich. Nur die Materialkosten ersetzt sie aus den Einnahmen. Eine einzelne Karte kostet je nach Aufwand zwischen 2 und 2,50 Euro.
Unterstützung erhält Barbara Lautenbach von ihrem Mann Tim. Er ist sozusagen für die Logistik verantwortlich. „Es bedarf einer guten Ordnung, damit die Karten auch immer in die richtigen Schachteln kommen.“ Außerdem ist Tim Lautenbach für die Ausstattung des Verkaufsmobils zuständig. Schließlich dürfen die wertvollen Karten nicht nass werden. Inzwischen entwirft das Ehepaar Lautenbach auch Schmuck aus Glasperlen. „Da ist mein Mann für die Ohrringe zuständig“, lacht Barbara. „Das kann er besser als ich.“
Unterstützt wird Barbara Lautenbach auch von der Enkaustik-Künstlerin Angelika Hoedt aus Landau in der Pfalz. „Wir haben einen sehr unterschiedlichen Malstil“, erklärt die Haanerin. „Aber Angelika hat ein besonders ruhiges Händchen für Schriften. Da ergänzen wir uns ganz wunderbar.“
Der Ideenreichtum von Barbara Lautenbach in der Enkaustik ist ungebremst. Setzt sie das Maleisen an, sind ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Das ist ja das Phantastische“, schwärmt sie. „Es ist so einfach ein kleines Bild entstehen zu lassen. Bisher war noch jeder, der es probiert hat, restlos begeistert, ob Kind oder Erwachsener.“
Die Künstlerin gibt auch Kurse oder kann für eine Veranstaltung gebucht werden. Das Material und die Maleisen bringt sie mit. „Ich habe für bis zu dreißig Teilnehmern die Ausstattung“, lacht sie. – Lachen ist überhaupt etwas, das Barbara Lautenbach auszeichnet. Sie ist eine fröhliche Frau, die sich nicht so leicht entmutigen lässt. Gibt es ein Problem, packt sie es bei den Hörnern.
Ruth Hoffmann (Text)
repor-tal (Fotos)
Informationen: www.maleisen.de und www.muko.info
Spendenkonto: Mukoviszidose e.V., Kontonummer 70 888 00, Sozialbank Köln, BLZ 370 205 00











Hallo Frau Hoffmann,
ich freue mich ganz besonders über diesen Artikel über Frau Lautenbach. Ich habe sie bereits zweimal auf Veranstaltungen besucht und “erlebt”. Ihr Talent und der Ideenreichtum sind einfach unglaublich. Man kann ihr nur wünschen, dass viele Menschen kaufen, zumal sie weitestgehend auf Profit verzichtet und stattdessen die Einnahmen dem Verein zugute kommen läßt.
Sabine Strobel, Solingen