Weltkulturerbe Kloster Lorsch:
Kaiser, Kloster, Scheunenshow

Die berühmte Königshalle von Lorsch © Stadt Lorsch
Die berühmte Königshalle von Lorsch © Stadt Lorsch

Kloster Lorsch wurde 2014 als UNESCO Weltkulturerbestätte eröffnet. Bekannt ist die weltberühmte Königshalle. Jetzt wurde in Nachbarschaft des mittelalterlichen Baudenkmals das ‘Schaudepot Zehntscheune’ eröffnet. Hier werden in einer neuen und modernen Inszenierung Grabungsfunde aus der 800-jährigen Klostergeschichte präsentiert.

Eines der herausragenden Exponate des neuen Schaudepots ist der Pilastersarkophag aus dem 9. Jahrhundert. Bekannt ist er auch als sogenannter Sarkophag Ludwig des Deutschen. Sein Relief erinnert an den Fassadenschmuck der Lorscher Königshalle.

Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März
Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März

“Mit der Eröffnung der Zehntscheune ist die Umgestaltung des Welterbe Areals Kloster Lorsch nun komplett”, sagt Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Zum ersten Mal können die Lorscher Grabungsobjekte, die bisher an verschiedenen Orten aufbewahrt oder ausgestellt wurden, dauerhaft an ihrem originalen Fundort besichtigt werden. Der Wissensspeicher sei ein herausragendes neues Museum der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.

Der Umbau der Zehntscheune zum Wissensspeicher ist eines von insgesamt sechs Teilprojekten der Umgestaltung des UNESCO-Welterbes Kloster Lorsch, die das Investitionsprogramm nationale Welterbestätten seit 2009 schrittweise verwirklicht hat. Auf diese Weise haben Land, Bund und die Stadt Lorsch insgesamt rund 12,5 Millionen Euro aufgewendet, um eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Abendlandes wieder erlebbar zu machen.

Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März
Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März

„Im Mittelpunkt des Mottos ‘Handwerk, Technik, Industrie’ steht der Mensch“, sagt Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. “Schon seit jeher hat er sich durch die Errichtung von Gebäuden und Siedlungen vor Feinden und Witterungsverhältnissen geschützt. Er hat Geräte entwickelt, um sich das Leben durch immer weiter verfeinerte Errungenschaften zu erleichtern.” Industriedenkmäler zeugen – so Harzenetter weiter – von komplexen technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es heute, mit unseren Ressourcen – und dazu gehören auch die baukulturellen – schonend umzugehen und Lösungen zu entwickeln, die die nächsten Generationen mitbedenken.”

Das neu eröffnete Schaudepot lädt die Besucher zu einer Entdeckungsreise in die Klostergeschichte ein. Bewusst haben die Aussteller auf die Beschriftung der Exponate verzichtet. Damit wollen sie den Entdeckergeist der Besucher anregen und bewusst Raum für eigene Assoziationen schaffen.

Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März
Innenraum der Zehntscheune © Ludwig März

Die Exponate dokumentieren eindrucksvolle Funde aus 200 Jahren Grabungsgeschichte. Eines der bekanntesten Exponate der Zehntscheune ist zweifellos der so genannte Sarkophag König Ludwigs des Deutschen aus dem 9. Jahrhundert, dessen Relief an den Fassadenschmuck der Tor- oder Königshalle erinnert. Neben spätantiken Stücken aus dem 2. und 3. Jahrhundert, sowie karolingischen Säulen und Kapitellen aus der Blütezeit des Klosters, finden sich auch eine große Zahl bedeutender Kleinfunde, die aufschlussreiche Zusammenhänge des klösterlichen Lebens offenbaren.

Das Schaudepot Zehntscheune ist aber nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Geführt werden bis zu 20 Personen. Interessierte sollten sich also rechtzeitig anmelden.

Text: repor-tal

Logo: © Stadt Lorsch

Photos und Logo mit freundlicher Genehmigung von projekt2508

Informationen: www.welterbe-areal-kloster-lorsch.de

Adresse: Kloster Lorsch, Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch

Telefon: 06251 / 51 446 (Anmeldung)

Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags und jeden zweiten Sonntag 11 und 15 Uhr

Eintritt: 5 Euro (Tickets gibt es im Museumszentrum, Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch und im Besucherinformationszentrum, Im Klosterfeld.)

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