Rund ums Steinhuder Meer:
Moore, Boote, Wasserbüffel

Das Steinhuder Meer ist mit seinen knapp 30 Quadratkilometern der größte Binnensee Niedersachsens und der neuntgrößte in Deutschland. Die Landschaft um den See erstreckt sich rundherum sanft-hügelig bis flach in grünen Wiesen, Äckern und Mooren. Für Besucher ein ideales Gelände, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour zu gehen.

Der große See bietet viel Platz für Wassersport.

Das Steinhuder Meer lädt insbesondere zum Wassersport ein, und das zu jeder Jahreszeit. Hier segelt und surft man in jeder Form, im Sommer in Jolle oder Yacht, im Winter mit dem Eissegler. Auch Kitesurfen (Lenkdrachensurfen) wird hier groß geschrieben. Wer es etwas einfacher mag, kann sich auch ein Tretboot ausleihen. Motorsport ist hier nicht angesagt.

Die ‚Auswanderer‘ bieten tatsächlich bequeme Überfahrt.

Und hat man es nicht so mit dem Sport hat, kann man sich auch ganz gemütlich mit dem Dampfer einmal rund schippern lassen. Oder man setzt mit dem ‚Auswanderer’ über auf die eine der beiden künstlichen Inseln im See, der Festung Wilhelmstein, die wir in der kommenden Woche beschreiben werden. Die ‚Auswanderer’ sind große, offene Segelboote. Ihren Namen verdanken sie der Geschichte: Früher zogen viele Menschen vom Südufer aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage im Land Schaumburg-Lippe in das hannoversche Gebiet am Nordufer. Der Umzug ging mit eben diesen offenen Segelbooten vonstatten. Das waren dann die Auswanderer. Es sind nach Angaben der Tourist-Information zwar die einzigen offenen Segelboote in ganz Mitteleuropa, die zum kommerziellen Personentransport eingesetzt werden, aber gesegelt wird doch eher selten. Meistens laufen die ‚Auswanderer’ unter Motor.

Blick von der Badeinsel auf die Nordseite des Sees

Weil der See nicht besonders tief ist, an seiner tiefsten Stelle gerade mal knapp drei und im Schnitt etwas mehr als anderthalb Meter, erwärmt er sich relativ schnell. Dem haben die Steinhuder Rechnung getragen und eine extra Badeinsel gebaut. Das ist zweite künstlich aufgeschüttete Insel im See. Sie ist über eine Fußgängerbrücke zu erreichen und hat einen feinen und weißen Sandstrand.

Natürliche Inseln gibt es nicht, es sei denn man rechnet die Kräheninsel am Westufer dazu. Bei Niedrigwasser ist das aber nur eine Halbinsel.

Nach wie vor bringen Fischer auch ihre Stellnetze im See aus. In früheren Zeiten, war diese eine der Haupterwerbsquellen rund um das Steinhuder Meer. Sie staken mit schmalen langen Kähnen, Torfboote oder Torfkahn genannt, auf den See hinaus, um ihre Aalreusen zu setzen.

Fahrradwege rund ums Meer führen an idyllischen Plätzen vorbei.

Rund um den See führen Fahrradwege. 34 Kilometer ist eine Rundtour. Sie führt lange Strecken durch Naturreservate. Von Steinhude Richtung Westen geht es am Rand des Fleckens Hagenburg entlang. (Flecken heißen Orte mit eingeschränkten Stadtrechten.) Hier sollten Ausflügler unbedingt einen Abstecher in den Moorgarten machen. Auf einem Rundweg aus Holzbohlen lernt man die unterschiedlichen Moortypen und deren Fauna kennen. Moore gehören zum niedersächsischen Landschaftsbild und zum Steinhuder Meer. Eine schöne Außenterrasse direkt am Moorgarten lädt zur Rast ein. (Der selbstgebackene Kuchen ist lecker!)
Gleich in der Nähe befindet sich auch ein Findlingsgarten. Hier sind Riesensteine verschiedenster Art zusammengetragen.

Im Moor besser nicht vom Weg abkommen

Weiter geht es durch das Hagenburger Moor nach Westen in den Meerbruch. Die Nasswiesen in diesem Feuchtgebiet sind als ’schwimmende Wiesen‘ bekannt. Hier kann man noch viele selten gewordene Vögel beobachten, zum Beispiel den Kiebitz, den Brachvogel oder den Weißstorch. Wer Glück hat, stößt auch auf die kleine Herde Wasserbüffel. Die wurden hier angesiedelt, um die Flachgewässer zu beweiden, die insbesondere Laichplätze für Amphibien bieten. An der Nordseite führt der Rad- und Wanderweg weiter durch das Örtchen Mardorf. Von dort geht es in das Naturschutzgebiet am Ostufer, eine verträumte Niedermoorlandschaft, einsam und ruhig.

Kommen Sie mit und besuchen mit uns demnächst die Inselfestung Wilhelmstein!

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Photos)

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