Fiktionale Affektion versus Mitgefühl

Die Videoarbeit Love Story (2016) reflektiert eine von Medien gesättigte Kultur, in der eine starke Identifizierung mit fiktionalen Charakteren und prominenten Persönlichkeiten parallel zu einer weit verbreiteten Gleichgültigkeit gegenüber denjenigen verläuft, die sich in einer realen Notlage befinden. 

Love Story beruht auf Interviews mit sechs Menschen, die als Reaktion auf die jeweiligen Verhältnisse aus ihrem Land geflohen sind: Sarah Mardini floh aus dem kriegsgeschundenen Syrien, José Maria João ist ehemaliger Kindersoldat aus Angola, Mamy Maloba Langa ist eine Überlebende aus der Demokratischen Republik Kongo, Shabeena Saveri ist Transgender-Aktivistin aus Indien, Luis Nava Molero ist Regimekritiker aus Venezuela und Farah Abdi Mohamed floh als junger Atheist aus Somalia.

Basierend auf diesen Interviews hat Candice Breitz eine bewegende Videoinstallation geschaffen. Sie zeigt vom 18. bis 21. September 2019 an sechs Terminen im Museum Folkwang ihre Arbeit Love Story in einer eigens für die Ruhrtriennale konzipierten Version. Am 21. September, 18 Uhr, spricht Candice Breitz über Love Story im Museum Folkwang.

Breitz lässt die Geschichten der Geflüchteten zunächst von den beiden Schauspielern Alec Baldwin und Julianne Moore erzählen, bevor sie die Geflüchteten selbst zu Wort kommen lässt. Die Zuschauer sind zum einen den mutigen Schilderungen der üblicherweise namenlosen und anonymen Individuen ausgesetzt. Zum anderen gibt es das Schauspiel zweier Darsteller, die für den Inbegriff von Sichtbarkeit stehen.

Erstmals inszeniert Breitz ihre Videoinstallation für die große Ausstellungshalle des Museum Folkwang in einer zweiteiligen Aufführungssituation mit fester Anfangszeit: Die Besucher sehen zunächst montierte Ausschnitte aus den Geschichten, die von den beiden Hollywood- Schauspielern Alec Baldwin und Julianne Moore erzählt werden, und im Anschluss die vollständigen und vielschichtigen Interviews mit den Geflüchteten. 

Präsentiert von der Ruhrtriennale in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang. Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Text: Museum Folkwang /repor-tal

Photo mit freundlicher Genehmigung des Museums Folkwang, Photo: Andrea Rossetti

Informationen: www.museum-folkwang.de, www.ruhrtriennale.de

Termine:
Mittwoch 18. September, 19 Uhr Begrüßung, 19.30 Uhr Film
Donnerstag 19. September, 19.30 Uhr
Freitag 20. September, 16 Uhr und 19.30 Uhr
Samstag 21. September, 16 Uhr und 19.30 Uhr Film, 18.00 Uhr Gespräch mit der Künstlerin

Eintritt frei!
Anmeldung unter www.ruhr3.com

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *