Die neue schöne Welt im Folkwang

Otto Dix: Nelly in Blumen (Detail), 1924, Museum Folkwang, Essen
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019© Foto: Jens Nober, Museum Folkwang

Das Museum Folkwang präsentiert seine Sammlung unter dem Titel Neue Welten in 24 umgestalteten Räumen. Alle Exponate sind medien- und epochenübergreifend arrangiert, die Räume nach einem zentralen Werk der Sammlung benannt.

Museumsgründer Karl Ernst Osthaus (1874– 1921) hatte schon die Idee, die Gattungen und unterschiedlichen Sammlungsbereiche im Dialog miteinander zu zeigen. Von den Anfängen der Sammlung mit Hauptwerken von Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Paul Gauguin und den deutschen Expressionisten bis in die Gegenwart öffnet sich der Folkwang-Kosmos in heutiger Perspektive. Die Präsentation will einladen, die Sammlung neu zu entdecken.

Peter Gorschlüter, Direktor Museum Folkwang, betont: „Uns geht es darum, die Sammlung zu aktivieren und in immer neuen Konstellationen zu zeigen. Ich möchte den Besuchern einen neuen Zugang zum Zusammenhang von Kunst und Leben ermöglichen. Dafür ist die Folkwang-Idee immer noch aktuell: Das Museum soll ein Ort des Austauschs und Erlebens, der Begegnung und Wahrnehmung, des Querdenkens und Verbindens für den Menschen des 21. Jahrhunderts sein.“

Pierre Auguste Renoir: Lise mit dem Sonnenschirm, 1867, Museum Folkwang, Essen
© Foto: Jens Nober, Museum Folkwang

Statt einer chronologischen Hängung folgt Neue Welten einer thematischen Anordnung. Jeder der 24 Räume ist nach einem Ankerwerk benannt, das einen thematischen Impuls gibt. Unter diesen Ankerwerken sind wichtige Gemälde wie Lise mit dem Sonnenschirm (1867) von Auguste Renoir, aber auch überraschende Werke wie Claude Kuhns satirisches Plakat Der Fisch im Schafspelz (2011). Alle Räume handeln von Neuanfängen, Aufbrüchen und neuen Zeiten. Der Titel der Präsentation Neue Welten greift auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Migration, Bilderflut und Fake News in den Sozialen Medien auf. 

Neuerwerbungen, kaum oder noch nie gezeigte Arbeiten gehen mit den Meisterwerken der Sammlung bislang ungesehene Konstellationen ein. Die Neupräsentation erstreckt sich über den gesamten Sammlungsbereich im Alt- und Neubau des Museums. Malerei und Fotografie, Skulptur und Grafik, Weltkunst und Plakat verbinden sich in der Präsentation zu einer im Geist des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus entworfenen Idee der Einheit der Künste. Im Zentrum steht das Verbindende und Universelle der Künste sowie der Mensch und seine Wahrnehmung der Welt. 

Installationsansicht ‚Prometheus Bound‘,
Neue Welten. Die Entdeckung der Sammlung, Foto: Jens Nober, Museum Folkwang, 2019

Der Raum Prometheus Bound eröffnet den Rundgang Neue Welten. Er widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Schöpfungsmythen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen. Neben Barnett Newmans Gemälde sind mythologische Figuren wie Max Beckmanns Perseus, Auguste Rodins Bronzeskulptur Eva (um 1881) oder auf Albert Renger-Patzschs Fotografie Natterkopf einer Schlange zu sehen. 

Osthaus‘ Sammlertätigkeit Anfang des 20. Jahrhunderts sowie den gleichzeitigen Erwerbungen des ersten Essener Museumsdirektors Ernst Gosebruch ist im Altbau ein eigener Saal gewidmet. Von den ersten für ein deutsches Museum erworbenen Van Gogh-Gemälden über die Werke von wegweisenden Künstlern der Moderne wie Paul Gauguin bis hin zu den Lieblingsstücken vieler Besucher, wie Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis mit Kamelienzweig (1906/1907) oder Max Liebermanns Papageienmann (1902) präsentiert dieser Raum das beeindruckende Vermächtnis der Gründungsjahre des Museums und ihrer Protagonisten.

Alle / reden vom / Wetter: / Wir nicht. Deutschland (BRD), Stuttgart, 1968 (k.A. zum Drucker)

Im Neubau finden sich Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck in Nachbarschaft zu Katharina Fritsch und Bilder von Camille Corot gegenüber von Per Kirkeby. Claude Monet trifft auf Mark Rothko, und August Mackes Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen (1914) begegnet der legendären Deutsche Bundesbahn- Werbekampagne Alle reden vom Wetter. Wir nicht. (1968). Von Rudolf Bellings Entwurf einer Kühlerfigur Fabeltier (1923) bis hin zu der überlebensgroßen Pinocchio-Skulpturengruppe Two Thieves, One Liar (2006) des Pop Art-Künstlers Jim Dine stellt Neue Welten die Vielfalt und den Reichtum einer die Epochen und Medien, Formate und Themen übergreifenden Sammlung in ihrer Einzigartigkeit vor. 

Text: Museum Folkwang / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung des Museums Folkwang

Informationen: www.museum-folkwang.de

Adresse: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen (Navigationsinformation: Bismarckstraße 60)

Telefon: 0201 / 88 45-000

Öffnungszeiten:dienstags und mittwochs, samstags und sonntags sowie feiertags 10 – 18 Uhr, donnerstags und freitags 10 – 20 Uhr

Eintritt: Der Eintritt in die ständige Sammlung im Museum Folkwang ist an allen Öffnungstagen frei. Ermöglicht wird dies durch die großzügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

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