Ein Gang durch Greifswald

Greifswald ist zwar eine kleine Stadt, bietet dank einem weiten Umland aber viele zentrale Einrichtungen. Von den rund 54.000 Einwohnern arbeitet jeder Zehnte bei der Universität, deren Studentenzahl sich seit Anfang der 1990er Jahre vervierfacht hat. Heute studieren rund 12.000 an der ‚Ernst-Moritz-Arndt-Universität‘. Die hat ihren Namen übrigens weder während der DDR-Zeit noch danach geändert, obwohl der Dichter Arndt durchaus umstritten ist.

Den wirtschaftlichen Aufstieg verdankt Greifswald vor allem seiner Bedeutung als Hafenstadt in der Hansezeit. Heute verbindet die Hafenstädte entlang der Ostseeküste die ‚Straße der Backsteingotik, die unter anderem zu Kirche in Lübeck, Rostock Wismar und Stralsund führt. Der Dom in Greifswald ist dem Heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Seeleute.

Die Altstadt ist ein lebendiges Pflaster

Am Marktplatz in der Stadtmitte findet man das rote Rathaus mit der Touristikinformation. In den anderen Gebäuden sind Restaurants und Cafes untergebracht. In der Woche gibt es auf dem Marktplatz immer einen Wochenmarkt, der zum großen Teil Produkte aus der Region anbietet.

Die Fußgängerzone bietet viele kleine Boutiquen und Geschäfte, die zum Bummeln und Geld-Ausgeben einladen. Am Fischermarkt steht das Denkmal des Malers Kaspar-David Friedrich, den die Stadt zu ihren größten Söhnen zählt.

Im Pommerschen Landesmuseum ist die Geologie und Geschichte der Küstenregion seit 14.000 Jahren nachzuvollziehen. Archäologie, Kunst, Gemäldegalerie und Volkskunde gehören zu den Sachgebieten; auch die Architektur ist beeindruckend. Die Schau ist ausgezeichnet und attraktiv aufbereitet; wir haben zweieinhalb spannende Stunden dort verbracht und hätten uns noch viel mehr Zeit gewünscht. Führungen gibt es nach Vereinbarung, aber Audioguides sind kostenlos, auch in Englisch, Polnisch und Schwedisch.

Rotes Rathaus

Der Museumsshop ist eine ideale Quelle für Souvenirs und Mitbringsel: Postkarten, Plakate, Literatur, Kinderspielzeug, Designerschmuck, Bücher, Souvenirs und Geschenkartikel stehen zur Wahl.

Für eine Pause empfiehlt sich das Restaurant und Cafe „Le Croy“ direkt nebenan. In angenehmer Atmosphäre verwöhnt Spitzenkoch Stefan Frank seine Gäste mit saisonaler Küche und frischen Produkten aus der Region auch auf der Außenterasse, im Schatten mittelalterlicher Reste der ehemaligen Klosterküche. Wir haben dort ein Stück Erdbeertorte mit frischer Sahne und einen sehr guten Kaffee genossen. Dazu gab es eine kleine Champagnerkugel – einfach lecker!

Sehenswert ist außerdem das Falladahaus, Steinstraße 59. Der Dichter Hans Fallada ist hier 1893 als Rudolf Ditzen geboren. Mit seinen Romanen ‚Kleiner Mann – was nun?‘, ‚Wer einmal aus dem Blechnapf frisst‘ und ‚Jeder stirbt für sich allein‘ hat er den Stil der Neuen Sachlichkeit mitgeprägt.

Der Spaziergang beginnt am Fluss Ryck

Wir spazieren entlang des Flüsschens Ryck von der Greifswalder Stadtmitte zu den Stadtteilen Wieck und Eldena auf dem Wander- und Pilgerweg, der zum europaweiten Netz der Jakobswege gehört. Der Fußweg dauert etwa eine Stunde und ist um diese Jahreszeit im Frühling ein großer Genuss: Natur pur!

Die Klosterruine Eldena ist ein Ort, der an die Ewigkeit und die Vergänglichkeit gleichzeitig erinnert

Wieck ist ein idyllischer, kleiner Fischerort mit kleinen Hotels und einladenden Gaststätten. Fischer sind gerade dabei, ihren Fang zu verarbeiten. Etliche Kunden kaufen ihnen den fangfrischen Fisch gleich ab. In Eldena sind die Überreste des Zisterzienserklosters zu sehen, das im Mittelalter die Keimzelle der Stadt bildete.

repor-tal (Text & Photos)

Information: www.greifswald.de www.dom-greifswald.de www.pommersches-landesmuseum.de

 

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