12 Provinzen und 5 Inseln

‚Individuell reisen‘ lautet das Motto der Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag. Der Band über die Niederlande versucht mit einer Fülle von Details, diesem Anspruch gerecht zu werden. 

Mit seinen weit über 700 Seiten im Taschenbuch-Format stellt der ‚Müller‘ sich in eine Reihe mit Klassikern der Branche und will Auskunft über alles geben, was in dem relativ kleinen Land für Touristen wichtig ist. Der allgemeine Teil ist relativ kurz gehalten: Ein Überblick über die Struktur der Provinzen, ein paar Stichworte zu landestypischen Features, die man weitgehend kennt – etwa die flache Landschaft und die enge Beziehung zur See, aber auch ein paar Überraschungen: Wussten Sie etwa, dass die indonesische Reistafel eine Erfindung der Holländer ist?

niederlandeEin paar Extraseiten spendiert der Verlag den berühmtesten Malern des 16. bis 20. Jahrhunderts. Die üblichen Hinweise zu Verkehrsregeln, Zollbestimmungen etc. runden die Eingangskapitel ab.

Die Gliederung des eigentlichen Reiseführer-Teils folgt der Verwaltungs-Struktur der Niederlande: 12 Kapitel entsprechen den 12 ‚Provincien‘: Gelderland, Utrecht, Zuid- und Noord-Holland, Vriesland, Groningen, Drenthe, Overijssel, Flevoland, Limburg, Noord-Brabant und Zeeland; ein Extra-Kapitel gilt den Westfriesischen Inseln, zu denen dem deutschen Verständnis gemäß auch Texel gerechnet wird, obwohl es nach niederländischer Tradition zu Noord Holland gehört.

Innerhalb der Kapitel werden die wichtigsten Orte besprochen, jeweils mit den üblichen Kriterien Essen, Übernachten, Sehenswürdigkeiten etc. Immer wieder gibt es gelb unterlegte Extra-Informationen über lokale Besonderheiten oder Kuriositäten, wie etwa einen Fußballklub der Spitzenklasse oder eine Cannabis-Plantage in einem Altenheim. Diese Elemente, verbunden mit den vielen farbigen Fotos, machen den Müller-Guide auch zu einer kurzweiligen Lektüre.

Kurz gehalten ist der Anhang über die Landessprache – aber dafür gibt es bekanntlich Alternativen. Die Sprache scheint nicht die Stärke des ansonsten sehr versierten Autos Dirk Sievers zu sein. So hält er zum Beispiel die Namens-Variante der grenznahen Stadt Nijmegen, nämlich ‚Nimwegen‘, für eine falsche Aussprache. Tatsächlich entspricht die in Deutschland verbreitete Aussprache weitgehend dem Namen der Stadt im eigenen lokalen Dialekt.

Was jedenfalls nicht fehlt, ist der Hinweis, wie man höflich – das heißt bitte auf Niederländisch – fragt, ob jemand Deutsch versteht. Nichts ist so unverschämt wie die Gewohnheit mancher deutscher Touristen, dies einfach vorauszusetzen.

Text: Jan-Peder Lödorfer

Cover-Photo mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Informationen: www.michael-mueller-verlag.de

Dirk Sievers: Niederlande

Michael Müller Verlag, 732 Seiten, € 26,90
ISBN 978-3-95654-014-1

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