Himmlisches fürs Handtäschchen

Der Spanier Francisco Ces Hernandez hat rund 45 Jahre lang kleine Heiligenbildchen gesammelt. Mehr als 5.000 solche Objekte der Volkskunst hat er so zusammengetragen. Im Jahr 2016 schenkte er sie dem Clemens Sels Museum in Neuss, das eine Auswahl dieser seit Jahrhunderten beliebten Devotionalien jetzt präsentiert.

„Himmel hilf!“, rief eine Mitarbeiterin des Museums, als die Sammlung Ces Hernandez eintraf. Damit war der Name der aktuellen Ausstellung im Feld-Haus, der Dependance des Clemens Sels Museums, gefunden. Museumsdirektorin Dr. Uta Husmeier-Schirlitz und Kurator Dr. Ulf Sölter waren gleichermaßen begeistert.

Begonnen hatte die Sammelleidenschaft des gebürtigen Spaniers Anfang der 70er Jahre. Eine  kleine Freundin hatte von ihrer Tante in Jugoslawien acht kleine Heiligenbilder geschenkt bekommen, die sie an Francisco weitergab. Die Kleine war gerade sieben Jahre alt und konnte nicht viel damit anfangen.

Francisco Ces Hernandez war fasziniert von den Farben der kleinen Kunstwerke und begann systematisch zu sammeln. Sein Ruf als Sammler erreichte sogar den damaligen Erzbischof von Köln, Kardinal Meißner, der auch ein paar Bildchen zur Sammlung beitrug.

Was aber Ces Hernandez zusammentrug, waren nicht nur einfach Drucke, sondern auch auf Seide gestickte oder ausgestanzte Motive. Schon Ende des 16. Jahrhundert entstanden die ersten kleinen Bildchen. Doch den Schwerpunkt der Ausstellung machen Motive aus dem 19. Jahrhundert aus. „Als Spanier war ich sehr an barocke Kunst gewohnt“, lächelt der Sammler. „Aber dann hat mich der Naturalismus und der Jugendstil gefangen genommen.“

Von den mehr als 5.000 Bildchen hat Ulf Sölter gut hundert in die Ausstellung aufgenommen und thematisch in Tableaus geordnet. Ein eigenes Tableau ist dem Heiligen Franziskus gewidmet. „Er ist nicht nur mein Namenspatron, sondern es gibt von ihm einfach am meisten Motive“, erklärt Francisco Ces Hernandez und ergänzt lachend: „Außerdem gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen ihm und mir. Wir sind beide ein wenig verrückt. Wer kommt schon sonst auf solche Ideen.“

Sichtlich Freude an der Ausstellung haben Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz, Francisco Ces Hernandez und Kurator Ulf Sölter.
© repor-tal

Zu sehen ist die Schau im Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgraphik vom 25. Februar bis zum 2. September 2018.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de

Adresse: Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik, Berger Weg 5, 41472 Neuss (auf dem Kirkeby-Feld zwischen Museum Insel Hombroich und Raketenstation Hombroich)

Telefon: 02131 / 90 41 41

Öffnungszeiten: samstags, sonntags und feiertags 11 bis 17 Uhr (27.08., 24. – 26. und 31.12.2017 geschlossen)

Eintritt: 2 Euro

Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei!

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