Darmkrebs ist in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung (nach Brust- bzw. Prostatakrebs). In Deutschland sind jedes Jahr über 73.000 Menschen von der Diagnose Darmkrebs betroffen. Dies sagt die Statistik der Gastro-Liga, die sich dem Kampf gegen den Krebs und für die Vorsorge-Untersuchung stellt. Denn jährlich sterben etwa 26.000 Patienten an dieser Erkrankung, , obwohl der Krebs durch eine frühzeitige Kontrolle meist verhindert oder im Anfangsstadium geheilt werden kann.
Der Wuppertaler Internist Dr. Johannes Vesper kennt die fatalen Folgen, wenn die Vorsorge-Untersuchung abgelehnt wird: „Nur rund drei Prozent der infrage kommenden Zielgruppe in Deutschland nehmen die Vorsorge in Anspruch. Ich empfehle sie allen meinen Patienten spätestens ab dem 55. Lebensjahr. Doch nur wenige nehmen das Angebot an. Verhängnisvoll ist es, wenn ausgerechnet die Patienten erkranken, die das Angebot vehement abgelehnt haben.“
Darmkrebs ist tückisch: Er macht in den Frühstadien keine oder kaum Beschwerden. Deshalb ist die regelmäßige Vorsorge wichtig. Frauen und Männer sollten ab dem 50. Lebensjahr zur Früherkennung gehen. Dabei wird der der Hämoglobintest durchgeführt, der den Stuhl auf verborgenes Blut untersucht. Diese Methode ist zwar unsicher, aber dafür wesentlich billiger als immunologische Testverfahren. Die Krankenkassen zahlen ab dem 55. Lebensjahr die Vorsorge-Darmspiegelung, die Koloskopie. Aber Kassenpatienten können eine Darmspiegelung auch schon früher in Anspruch nehmen; nämlich dann, wenn die typischen Symptome früher auftreten, wenn Darmkrebs in der Familie schon vorgekommen oder der Patient einfach stark besorgt ist und Angst hat.
Darmkrebs entwickelt sich in der Regel aus Darmpolypen. Diese gutartigen Wucherungen können über einen Zeitraum von sechs bis zehn Jahren zu bösartigen Tumoren entarten. Zu den charakteristischen Alarmsignalen gehören neu auftretende Stuhlunregelmäßigkeiten, krampfartige Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Blut im Stuhl. Blut bedeutet oft leider, dass der Krebs bereits weit fortgeschritten und eine Heilung schwerer möglich ist.
Bei der sichersten Methode zur Früherkennung, der Koloskopie, können gutartige Polypen entfernt werden, die zu Tumoren entarten können. Hat sich Darmkrebs entwickelt, der bereits in tiefere Schichten der Darmwand oder umgebendes Muskelgewebe eingedrungen ist bzw. die umgebenden Lymphknoten befallen hat, sinkt die Heilungschance. Haben sich erst Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen gebildet, besteht nur noch eine geringe Heilungschance.
Die Koloskopie ist zwar nicht gerade angenehm, aber durch entsprechende Medikation meistens nicht schmerzhaft. Der Darm wird am Vortag mit Abführmitteln geleert, damit die Schleimhaut beurteilt werden kann. Die Untersuchung dauert durchschnittlich zwanzig Minuten. Wenn notwendig, werden Gewebsproben entnommen oder Polypen mit der Schlinge und Hochfrequenz-Strom entfernt.
Die Gastro-Liga ist ein Zusammenschluss von Ärzten und Laien mit dem Ziel, Krankheiten der Verdauungsorgane zurückzudrängen, die in unserer Wohlstandgesellschaft häufiger geworden sind.
Ruth Hoffmann (Text)
repor-tal (Foto)
Informationen unter www.gastro-liga.de und www.dr-vesper.de




