Von Feiern, Feuern und Festgebräuchen

Wirklich dunkel ist es heute ja fast zu einer Zeit mehr. Noch vor hundert Jahren war das allerdings ganz anders. An den kurzen Tagen und bei bedecktem Himmel war es selbst tagsüber kaum hell. Künstliche Beleuchtung war spärlich, Kälte ein gefährlicher Feind. Um so wichtiger, die schlimmen Geister im Bann zu halten und alles dafür zu tun, dass Licht und Wärme wiederkehren. Was liegt näher, als Feuer und Licht anzuzünden?

‚Dem Licht entgegen’ haben die Volkskundler vom Landschaftsverband Rheinland ihr neues Buch über ‚Winterbräuche’ betitelt. Der Untertitel ‚zwischen Erntedank und Maria Lichtmess’ sagt schon etwas über die Jahreszeit, um die es sich dreht, und die Bräuche, die sich während dieser Tage entwickelt haben.

Da Buch ist keine Feier-Fibel oder Anleitung zum volkstümlichen Nachkochen. Die Autoren beschreiben nicht bloß, sondern setzen sich auch mit den historischen, theologischen und soziologischen Dimensionen des Themas auseinander – bis hin zu den Wetterregeln. Dabei sparen sie die Gleichschaltung und Umfunktionierung des Brauchtums im ‚Dritten Reich’ nicht aus. Ein Kapitel geht auch den Spuren des Phänomens Halloween nach, durch „irische Armenviertel, amerikanische Kinderstuben und deutsche Supermärkte“ (S.123)

Übrigens machen die Autoren keinen Hehl daraus, dass sie pseudo-heidnische Mythologisierungen entschieden ablehnen: „Es zeigen sich Tendenzen, dass Kultfeiern wie beispielsweise um den Johannistag (Sonnwendfeier) von Gruppen begangen werden, die nicht nur germanisches und keltisches Neuheidentum fördern, sondern auch neonazistische Züge tragen.“ (S.15)

repor-tal (Text & Fotos)

Alois Döring, Michael Kamp, Mirko Uhlig (Hg.)
Dem Licht entgegen. Winterbräuche zwischen Erntedank und Maria Lichtmess. Greven-Verlag Köln; 216 Seiten mit 17 schwarz-weißen Abbildungen: gebunden mit Schutzumschlag; Format 16,7 x 24 cm, 19,90 Euro

ISBN 978-3-7743-0472-7

Informationen: www.greven-verlag.de

Einkaufen bei Amazon.de

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *

Diese Seite kann Cookies verwenden, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung