Mächtig und malerisch
Die Burg Bouillon

Mit nur rund 5.500 Einwohnern ist Bouillon dennoch eine touristische Attraktion. Hier finden im Sommer auch regelmäßig Mittelalter-Spiele statt. Die vielen Hotels des Örtchens sind in der Zeit oft ausgebucht. Das Örtchen Bouillon schmiegt sich an das Ufer der Semois, die sich dort durch ein enges Tal windet.

Die Semois eignet sich zum Paddeln und Tretbotfahren.

Die Flussufer sind innerhalb Bouillons zu gefälligen Promenaden ausgebaut. Zahlreiche Tretboote laden zum Fahren auf dem Fluss ein. Ein Muss ist aber die Besichtigung der weitläufigen Burganlage auf dem zentralen Felsen.

Schroff und malerisch zugleich thront die Burg über dem Städchen. Um 1020 wurde die erste Burg erbaut. Ihre heutige Form und Ausdehnung bekam sie erst im 17. Jahrhundert.

Brücken in luftiger Höhe

Die Burganlage besteht aus drei Teilen. In die Burg gelangt man über eine doppelte Zugbrücke, die über zwei in den Fels gehauene tiefe schluchtartige Gräben führt. Ein imposanter Anblick von den Sträßchen von Bouillon. Wer die Burg zu Fuß erklimmen möchte, empfiehlt sich die Straße entlangzugehen. Sie führt in einigen Serpentinen auf den Berg

Vor allem auf dem letzten Teil des Aufstiegs sollte man auf die Felsenmauern achten. Sie bieten einen Einblick in die verschiedenen geologischen Schichten des Berges.

Es gibt auch einen Treppenpfad. Dessen Anfang im Tal ist allerdings schlecht auszumachen. Man kann die steile Felstreppe auch für den Abstieg nutzen. Auf dem Weg sind einige Sitzgelegenheiten, die einen Ausblick auf den Ort an der Semois aus verschiedenen Perspektiven bieten.

Blick von der Burg auf die Semois

Der Rundgang über die Burganlage führt über steile Treppen in die Tiefen und Höhen der Festung. Hier heißt es aufgepasst: enge Passagen, niedrige Decken und hier und da fehlende Stufen setzen guten Tritt voraus. Im Inneren ist ein gotischer Saal aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Die gesamte Anlage ist westlich weitläufiger als man von unten erahnt.

Adler fliegen im Burghof.

Kommt man zur rechten Zeit, findet im zentralen Innenhof eine Flugshow mit Raubvögeln statt. Die sollte man auf keinen Fall verpassen, denn der Falkner präsentiert seine Eulen, Geier, Falken und sogar Adler in beeindruckender Weise. Es ist ein Erlebnis, wenn ein großer Greifvogel auf sanften Schwingen über die Köpfe des Publikums hinwegstreift.

Auch das Erklimmen der höchsten Burgzinne lohnt sich. Der Rundblick über die Semois und die Ardennen ist atemberaubend.

Gottfried von Bouillon (ca. 1060 bis 1100) war der zweitgeborene Sohn von Eustach II von Boulogne. Sein kinderloser Onkel Gottfried von Niederlothringen bestimmte ihn zu seinem Nachfolger. König Heinrich IV überließ ihm aber nur die Mark Antwerpen und die Herrschaft Bouillon. Berühmt wurde er als Anführer des 1. Kreuzzuges, der Jerusalem eroberte.

Übrigens: Die Fleischbrühe hat nichts mit dem Ort zu tun. Ihr Name leitet sich vom französischen Wort ‚bouillir’ (kochen) ab.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Fotos)

 

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