Semester für Ältere:
Nachbarn in Europa

Die Viadrina ist eigentlich eine traditionsreiche Universität. 1506 wurde die Alma Mater Viadrina gegründet. Der Ursprung des Namens ‚die an der Oder gelegene‘ ist nicht ganz geklärt. Denn ob nun die Oder auf Latein ‚viadrus‘ hieß, ist nicht sicher. Frankfurt an der Oder, von dem hier die Rede ist, hatte damals rund 5.000 Einwohner. Und gleich im ersten Jahr haben sich 900 Studenten aus ganz Europa immatrikuliert. Die klassischen vier Fakultäten wurden hier gelehrt: ‚…Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie…‘, wie Faust schon in seiner Tragödie deklamierte. 1811 wurde die Universität jedoch geschlossen.

Universitas Viadrina

1991 wurde sie als Europa-Universität Viadrina neu gegründet. Heute hat Frankfurt an der Oder rund 50.000 Einwohner und knapp 6.500 Studenten. Spezialisiert hat sich die neue Viadrina auf Geistes- und Sozialwissenschaften und bietet Studiengänge in Jura-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften an. Seit 2008 ist sie eine Stiftungs-Universität. Das sind Universitäten, die entweder von einer öffentlich-rechtlichen oder privaten Stiftung getragen werden oder sich nach dem Stiftungsrecht organisiert haben.

Das Gräfin-Dönhoff-Gebäude der Universität von der Rückseite.

Auch Gasthörer sind an der Viadrina herzlich willkommen. Nach dem Abitur wird nicht gefragt. Es ist keine Voraussetzung für das Gasthörer-Studium. Als Gasthörer steht die Viadrina jedem offen. Ganz einfach ist der Zugang: Wer einzelne Lehrveranstaltungen besuchen möchte, füllt einfach einen Antrag aus. Name, Geburtsdatum und -ort, Anschrift, Telefon und Staatsangehörigkeit ist alles, was abgefragt wird. Dann trägt man nur noch die gewünschten Lehrveranstaltungen ein, und schon ist der Antrag fertig. Die Anmeldung gilt dann jeweils für ein Semester und die aufgeführten einzelnen Lehrveranstaltungen. Begrenzt sind die Plätze für Gasthörer meist nur im Bereich der Fremdsprachen. Genaue Auskunft hierüber erhalten Interessierte im Sprachenzentrum.

Das Sprachenzentrum an der August-Bebel-Allee

Die Studiengebühren für Gasthörer an der Europa-Universität sind sehr moderat. Sie richten sich ganz nach der Inanspruchnahme von Seminaren und Kursen. Je mehr belegt wird, desto günstiger wird es im Verhältnis. So kosten ein bis zwei Semesterwochenstunden (SWS) 10 Euro, drei bis vier SWS 18 Euro, fünf bis sechs SWS 25 Euro und sieben bis acht SWS 30 Euro.Ein Sprachkurs von bis zu vier SWS kostet 50 Euro. Das Studienmodul im Studiengang ‚Schutz europäischer Kulturgüter‘ gibt es für 120 Euro und das im Studiengang ‚Mediation‘ für 400 Euro.

Nur durch die Brücke von der Viadrina getrennt, das Collegium Polonicum.

Interessant ist die Zusammenarbeit der Viadrina mit dem Collegium Polonicum in Slubice, auf der polnischen Seite der Oder. Die Studiengänge werden sowohl von der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań (AMU) als auch von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV) oder gemeinsam von beiden Universitäten angeboten und geführt. Offen für Gäste sind aber nur die Vorträge, nicht die Seminare. Man sollte auch darauf achten, in welcher Sprache sie gehalten werden.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder © Heide Fest
Illustration ‘Einstein’ © s.gatterwe – Fotolia

Informationen: www.europa-uni.de, www.cp.edu.pl

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