Der persische Garten – Wunder aus 1001 Nacht

In oft kargen Landschaften gelang es den alten Persern bezaubernde Gärten zu schaffen.
Sassanidische Brücke bei Gavmischan, Provinz Ilam, Westiran, 2007 © Barbara Helwing

Die Ausstellung Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste der Bundeskunsthalle wird begleitet von einem Hauch Orient in Bonn: der Idealtypus eines Persischen Gartens auf dem Museumsplatz.

Wasserspiele und duftende Pflanzen belebten z.B. Innenhöfe.

Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat. Dieses persische Sprichwort zeugt von der Bedeutung und Wertschätzung der Gärten in Iran. Tatsächlich geht das moderne Wort Paradies auf den avestischen (altpersischen) Begriff pairidaeza, Umfriedung, zurück. Daraus wurde im Mittelpersischen pardes und in der griechischen Überlieferung paradeisos. Den ältesten überlieferten Persischen Garten ließ Kyros der Große im 6. vorchristlichen Jahrhundert anlegen.

Iran kennt verschiedene Typen von Gärten im öffentlichen, aber auch in einem von Wohnhäusern umschlossenen privaten Raum. Sie alle sind um das Leben spendende Wasser angelegt und folgen dem Prinzip der Aufteilung des Gartens in vier Bereiche.

Das Areal auf dem Museumsvorplatz

So auch der ca. 400 Quadratmeter große Garten vor der Bundeskunsthalle, der dem Innenhof-Garten eines großen Hauses nachempfunden ist. Dieser versetzt die Besucher in eine farbenfrohe Welt aus orientalischen Pflanzen, Licht und Schatten, Ornamenten und Wasserspielen. Das zentrale Wasserbecken wird gesäumt von Zitronen-, Orangen-, Granatapfel- und Erdbeerbäumen sowie Zypressen und Judasbäumen. Bodennahe Pflanzen wie Rosen, Iris und Wildtulpen bilden zusätzlich ornamentale Muster auf dem Boden. In breiten Gängen kann man um das Wasserbecken flanieren und von Sitznischen in den Wänden oder Bänken in der „Loggia“ aus den Blick auf den Garten genießen. Neben Bäumen und Büschen dienen in den persischen Gärten auch Mauern als wichtige Schattenspender. Dank des angrenzenden Duftgartens liegt der Geruch von Jasmin, Gewürzlorbeer, Rosmarin, Steppensalbei oder Zitronenthymian in der Luft.

Archetypus eines Persischen Gartens

Der Persische Garten. Die Erfindung des Paradieses vor der Bundeskunsthalle spiegelt keinen realen Garten wider, sondern bildet einen Archetyp ab, wie ihn die Gartenbaumeister seit der Antike im morgen- und abendländischen Kulturraum anlegten. Als wichtiges Element in der iranischen Kultur stellt der Persische Garten somit eine Ergänzung zur Präsentation der jahrtausendealten Kulturschätze des Landes in der korrespondierenden Ausstellung im Inneren dar.

Nach dem Liebermann-Garten (2011), dem Kleopatra-Garten (2013) und den Gartenwelten des Fürsten Pückler (2016) ist dies das vierte Gartenprojekt der Bundeskunsthalle.

Zu bewundern ist die Gartenanlage bis zum 15. Oktober 2017.

Text: repor-tal / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Photos mit freundlicher Genehmigung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Adresse: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 / 91 71–200

Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 bis 21 Uhr; donnerstags bis sonntags und feiertags 10 bis 19 Uhr

Eintritt: 8,50 Euro, Kombiticket mit Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste 14 Euro

Parkmöglichkeiten: Parkhaus Emil-Nolde-Straße; Navigation: Emil-Nolde-Straße 11, 53113 Bonn

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