So geht Seehofern

War es jetzt der neue Bundesernährungsminister, der gesagt hat: Die Pizza gehört nicht zu Deutschland? Ich bin nicht sicher. Es könnte auch so gewesen sein: Der neue Bundeswirtschaftsminister hat gesagt: Das Bier gehört zu Deutschland, und die neue Bundesgesundheitsministerin hat gesagt: Der Wein gehört nicht zu Deutschland.

Wie dem auch sei: Seitdem ist ein neues Spiel angesagt: Seehofern. Ziel des Spieles ist, Begriffspaare zu finden, die zusammengehören. Das Spiel geht so: Alle Beteiligten sind ‚Minister‘. Einer fängt an und sagt einen Begriff und ein Land, zum Bespiel: Leberwurst gehört zu Deutschland – und der andere muss spontan antworten: Käse gehört zu Holland

Der Dritte könnte auch widersprechen (Seehofern) und sagen: Käse gehört zu Frankreich. Der Übernächste könnte dann sagen: Wein gehört zu Frankreich. Ein korrekter Anschluss-Satz danach könnte sein zum Beispiel: Wein gehört zu Italien oder aber auch Bier gehört zu Deutschland.

Es kommt darauf an, so schnell wie möglich zu antworten; denn wer zuerst einen Fehler macht, der hat verloren!

Ein Fehler ist zum Beispiel, wenn man was verwechselt. Also wenn zum Beispiel ein ‚Minister‘ gesagt hat: Schmarrn gehört zu Bayern und der nächste sagt: Bayern gehört zu Deutschland – dann hat der Letztere verloren!

Verloren hat er nicht etwa, weil er Unsinn geredet hätte; denn tatsächlich gehört Bayern ja immerhin schon seit 1871 zu Deutschland. 

Nebenbei bemerkt: Das war genau 1070 Jahre, nachdem Harun al Raschid Karl dem Großen einen weißen Elefanten Namens Abul Abbas geschenkt hatte.

Nein, Nonsens ist beim Seehofern nicht bloß erlaubt, sondern sogar erwünscht. Man darf nur nicht über den eigenen Wirrsinn stolpern – im Fachjargon stoibern.

Wer stoibert, wird zum ‚Ministerpräsident‘ ernannt und muss eine Runde Schnaps ausgeben. Dies ist ein Getränk, das ein gewisser Al-Razi (nicht zu verwechseln mit an Radi !) im 9. Jahrhundert in Bagdad erfunden hat – Prosit*!

Schorsch Bonks

*lateinisch für: Möge es was nützen!

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