Fit mit 50
Claudias Sport-Tipp:
Wie fange ich an?

„Auch wer lange keinen Sport mehr getrieben hat, kann wieder einsteigen“, erklärt Claudia Bader. „Wichtig ist nur, dass wir es vernünftig machen. Und da gibt es viele Möglichkeiten.“ In ihrem Verein, dem Haaner Turnverein 1863 e.V., wurde dafür zum Beispiel ein spezielles Programm unter dem Titel ‚Beweglichkeit & Entspannung’ entwickelt. „Denn nur wer beweglich ist, kann auch Kondition erlangen“, sagt die Sportfachfrau. „Wir haben Inhalte aus der Philosophie des Yoga und des Pilates mit physiotherapeutischen Aspekten gemischt und so einen sanften Weg zu einer besseren Haltung, mehr Beweglichkeit und auch innerer Ruhe geschaffen.“ Das Ergebnis heißt ‚Phys-Yo-Lates’.

Auch Yoga, Tai Chi und Qi Gong gehören zum Sportangebot für (Wieder-)Einsteiger, wie es sich in fast jeder Stadt findet. „Für manche ist auch ein Einstieg über die tänzerische Schiene geeignet“, meint Claudia Bader. „Wer noch ein wenig Ausdauer hat, kann Angebote wie unser ‚Latin Dance Fitness’ wahrnehmen. Das ist kein Power-Aerobic, sondern es werden einfache Elemente aus den Bereichen Aerobic und lateinamerikanischer Tänze gemischt. Bei uns nehmen sowohl junge als auch ältere Menschen daran teil.“ Auch solche Angebote lassen sich woanders finden.

Man kann mit spielerischen Übungen anfangen

Doch auch die Klassiker für Ausdauer empfiehlt Claudia Bader: Schwimmen, Radfahren, Walking und Nordic-Walking. „Daran ist natürlich besonders schön, dass man diese Sportarten größtenteils draußen ausüben kann und somit viel an der frischen Luft ist“, sagt sie.

Die Sport-Expertin unterscheidet grundsätzlich zwei Trainingsziele: „Beim Ausdauersport ist der Zweck, die Leistungsfähigkeit des Herzens zu steigern. Und beim Kräftigungssport soll eine Stärkung der Muskulatur zur Entlastung des Knochengerüstes führen.“ Das ist leicht einzusehen, denn je mehr die Muskulatur das Tragen des Körpers übernimmt, um so weniger werden die Knochen belastet. Zwei Beispiele: Ist die Beinmuskulatur gekräftigt, werden die Kniegelenke geschont und die Standfestigkeit ist erhöht; eine gestärkte Nackenmuskulatur entlastet die Halswirbelsäule beim Tragen des Kopfes.

„Wer schon einmal Sport getrieben hat, kann oft auch in dieser Sportart wieder einsteigen. Wir haben fast überall Gruppen, die nicht auf Höchstleistung in ihrem Bereich abzielen.“ Viele Vereine bieten Termine am Abend, damit auch Berufstätige wieder mitmachen können. Wichtig sind aber immer qualifizierte Kursleiter, die darauf achten, was und wie trainiert wird. „Am Anfang ist es auch besser, sich kleine Ziele zu stecken, also lieber einmal in der Woche vernünftig zu trainieren – als öfter und danach dann überfordert alles zu beenden“, sagt die Fachfrau.

Qualifiziertes Training ist das A und O nicht nur für sportliche Beginner

Und für Menschen, die lieber für sich allein trainieren, gibt es immer noch das Studio mit allen Geräten für ein individuelles Ausdauertraining vom Fahrrad, über Stepper, Rudern bis hin zur Muskelkräftigung mit Gewichten. Aber alles auch unter qualifizierter Aufsicht.

„Und nicht zu vergessen ist: Bewegung kann auch ganz klein wieder anfangen“, so Claudia Bader. „Beweglichkeit ist die Voraussetzung für Sport. Und diese Voraussetzung kann zum Beispiel durch Tai Chi oder auch Feldenkrais-Kurse wiedererlangt werden.“

Grundsätzlich sollten aber Menschen, die Bewegung nicht mehr gewohnt sind auch ihren Hausarzt befragen und sich gegebenenfalls dort einem Check-up unterziehen.

Claudia Bader ist Diplom-Sportlehrerin und hat die sportliche Leitung des Haaner Turnvereins 1863 e.V. Ihr Schwerpunkt liegt im Gesundheitssport.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Fotos)

Informationen: www.haaner-tv.de

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