Serie: Das Burnout-Syndrom
Teil 5: Klare Absprache – kein Burnout!

Mario Mevert hat im Interview mit fifty2go berichtet, wie gebrochene Versprechen seines Arbeitgebers ihn ins Burnout getrieben haben. Mario Mevert hat seinen Weg gefunden. Aber es hätte gar nicht so weit kommen müssen, wenn sein Chef ihm klar gesagt hätte, was er erwartet und was er bietet. Aber Mario Mevert ist kein Einzelfall. Oft mangelt es am klaren Gespräch und festen Vereinbarungen.

Als Coach kennt Sabine Wengelski-Strock das Problem ...

Das kennt Sabine Wengelski-Strock, Coach und Supervisorin ist geschult auch in Gruppendynamik: „Viele Führungskräfte übersehen gern die Sichtweise des Anderen. Wenn wir verfahrene Situationen aufarbeiten, können die Beteiligten zukünftig Ähnliches besser meistern und sind wieder freier in den Handlungen.“

Dies setzt natürlich voraus, dass die Firmenleitung offen für solche Unterstützung ist. Wird die Expertin von einem Unternehmen um Hilfe gebeten, spricht sie mit den Beteiligten und analysiert zunächst, wieso sich eine Situation schlecht entwickelt hat.

„Durch die Supervision helfen wir, Lösungen zu entwickeln, aber auch den Anderen zu verstehen, um eine andere Haltung zu bekommen. Doch durch ein Coaching wird nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch dem Unternehmen geholfen. Denn nur zufriedene Mitarbeiter können bekanntlich gute Arbeite leisten.“

Ein ganz wichtiger Aspekt, Mitarbeiter nicht an den Rand eines Burnouts zu bringen, sondern im Gegenteil zu motivieren, heißt sprechen: „Wir können nicht nur über E-Mails kommunizieren“, sagt Sabine Wengelski-Strock. „Und schon gar nicht können wir so Konflikte lösen.“

... und sie kennt die Lösung.

Ein Gespräch will gut vorbreitet sein. „Ein Mitarbeiter- und auch ein Zielvereinbarungsgespräch muss gut strukturiert sein“, lautet das Credo der Expertin. Doch in der Struktur liegt oft das Problem, denn entweder hat der Chef nur seine Ziele im Kopf, ohne dabei an seine Mitarbeiter zu denken, oder sie fehlt sogar ganz. Ein Gespräch aus dem Stegreif kann aber nur schiefgehen.

Wie eine Besprechung strukturiert werden kann, erklärt Sabine Wengelski-Strock folgendermaßen:

  • „Zunächst ist es wichtig, einen zeitlichen Rahmen zu setzen. Der Termin und die Länge muss rechtzeitig im Vorfeld vereinbart werden, dann ist das Gespräch für lalle Beteiligten planbar.
  • Auch die Themen sollten vorher benannt werden. Das kann auch durchaus per E-Mail passieren. Aber jeder sollte wissen, worum sich das Gespräch drehen wird.
  • Für die einzelnen Punkte sollte auch ein Zeitrahmen gesetzt werden.
  • Im Gespräch ist eine Visualisierung des Themas sinnvoll, damit man es sozusagen nicht aus den Augen verliert.
  • Doch nicht nur die Diskussion ist wichtig, sondern vor allem die Entscheidung. Wenn kein Gesamtergebnis erzielt werden kann, sollten erste Schritte vereinbart werden, die in weiteren Gesprächen zu einer Zielvereinbarung führen können.
  • Ergebnisse müssen immer gesichert und jedem Gesprächsteilnehmer zur Verfügung gestellt werden.
  • Sehr wichtig: die Aufgaben müssen nicht nur verteilt werden, sondern auch die Verantwortlichkeit geregelt werden. Dazu gehören auch Zeitabsprachen.“

Solch eine Gesprächsführung kann Missverständnisse, falsche Anforderungen und Stress vermeiden. Dann würden viele Vorgesetzte und Mitarbeiter nicht nebeneinander her arbeiten, sondern miteinander ein Ziel verfolgen. Offenheit und klare Absprachen – ein Mittel gegen Burnout.

Ruth Hoffmann (Text)

moewe-team (Photos Sabine Wengelski-Strock)
Fotolia (Photos)

Informationen: www.moewe-team.de

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