Den Iran kennenlernen

Zitadelle von Bam im Oktober 2003, sechs Wochen vor dem verheerenden Erdbeben vom 26.12.2003. Provinz Kerman, Südostiran © Barbara Helwing

Die Ausstellung Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste in der Bonner Bundeskunsthalle lüftet den Schleier vor den lange Zeit verborgenen Schätzen der iranischen Kulturen der Frühzeit, vom 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum Aufstieg der Achämeniden im 1. Jahrtausend v. Chr.

Armreif, Dschubadschi, Prinzessinnnengrab, neuelamisch, 1. Hälfte 6. Jh. v. Chr., Gold, H 3,6 cm, Teheran, National Museum of Iran © The National Museum of Iran/Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Foto: Neda Hossein Tehrani, Nima Mohammadi Fakhoorzadeh

Mit mehr als 400 Objekten zeichnet die Ausstellung eine im Naturraum angelegte Entwicklung nach, von der Sesshaftwerdung der Menschen bis zum Aufstieg des ersten Großreichs. Viele Original-Kunstwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum Teheran, wie die Steingefäße aus Dschiroft und die Funde aus dem Grab der elamischen Prinzessinnen aus Dschubadschi, werden erstmals im Ausland gezeigt.

Dschiroft, Objekte und Gefäße aus Alabaster, Puppenköpfe oder anthropomorphe Griffe, 2800-2300 v. Chr., © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Foto: David Ertl, 2017

Der Intendant der Bundeskunsthalle Rein Wolfs verspricht: „Die Ausstellung öffnet den Blick für früheste Formen von Zivilisation und Kultur im Gebiet des heutigen Iran. Neueste Forschungsergebnisse und Grabungsfunde lassen staunen über den Reichtum kultureller Zeugnisse und die Komplexität gesellschaftlicher Strukturen in der vorpersischen Zeit.“

Tal des Seimarreh, Lorestan, Westiran, Aufnahme 2007 © Barbara Helwing

Das von Gebirgen umschlossene Land Iran vereint gewaltige landschaftliche Gegensätze: von den schneebedeckten Gipfeln des Vulkankegels Damavand bis zum heißesten Punkt der Erde in der Wüste Lut im Landesinneren. Doch in den Tälern der Gebirge, an den Rändern der Wüsten und am Ufer des Kaspischen Meeres blühen fruchtbare Oasen. In solchen Nischen haben sich Menschen erstmals seit dem 8. Jahrtausend v. Chr. fest angesiedelt. Sie haben Dörfer, später Städte gegründet, die reichen Bodenschätze des Landes in Werkstätten und Unternehmen verarbeitet.

Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk im Januar 2004. Links die eisenzeitlichen Terrasse, im Hintergrund die Stadt Kaschan und die Karkas-Berge, Provinz Markazi, Zentraliran. © Barbara Helwing

Bald verbanden Karawanenrouten rund um die großen Wüsten diese Orte untereinander und mit der Welt. Als bronzezeitliche Vorläufer der späteren Seidenstraßen oder der berühmten großen Khorassanstraße überquerten diese Wege die Gebirgsschranken über die wenigen zugänglichen Pässe.

Blick aus der Haji-Bahram-Höhle über das Tal von Bolaghi, März 2005, Provinz Fars, Südiran. © Barbara Helwing

Die Abgeschiedenheit der Gebirgstäler war für die iranischen Kulturen zugleich ihr bester Schutz: Als Bergvölker behaupteten sie sich gegen Übergriffe aus dem mesopotamischen Tiefland und konnten immer wieder Versuche der Fremdkontrolle abschütteln.

 

Die Beigaben aus dem Grab zweier elamischer Prinzessinnen aus Dschubadschi, ein Neufund, spiegeln Geltungsbedürfnis und Prestige, während der berühmte Goldbecher aus Hasanlu Szenen aus dem Krieg zeigt. Aus der fortwährenden fruchtbaren Synthese iranischer und fremder Elemente entstand schließlich im 1. Jahrtausend v. Chr. die persische Kultur, die im 6. Jahrhundert v. Chr. mit dem Aufstieg des Achämenidenreiches ihren Höhepunkt fand.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit der der mit dem National Museum of Iran und Iranian Cultural Heritage, Handicraft and Tourism Organization und ist bis zum 20. August 2017 zu sehen.

Text: repor-tal / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Photos mit freundlicher Genehmigung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Adresse: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 / 91 71–200

Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 bis 21 Uhr; donnerstags bis sonntags und feiertags 10 bis 19 Uhr

Eintritt: 12 Euro, Kombiticket mit Der Persische Garten 14 Euro

Parkmöglichkeiten: Parkhaus Emil-Nolde-Straße; Navigation: Emil-Nolde-Straße 11, 53113 Bonn

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