Wasser ohne Marsch

Wer bei seiner täglichen Ernährung das Klima schonen will, sollte die Getränke nicht vergessen. Viele Verbraucher greifen aus verschiedenen Gründen – darunter auch Gewohnheit und irrige Ansichten über die Qualität – zu abgepacktem Mineralwasser. Doch Wasser aus der Leitung ist bequem, gesund, praktisch und obendrein besser für das Klima. 

In Deutschland wird kaum ein Lebensmittel so gut kontrolliert wie Leitungswasser. Dennoch herrscht offenbar Skepsis auf Verbraucherseite; denn der Pro-Kopf-Konsum von abgepacktem Mineralwasser ist in Deutschland von 131 Liter in 2010 auf 147,7 Liter in 2018 gestiegen. 

Dabei ist Leitungswasser als Getränk preiswert. Bei einem Preis von 0,2 Cent pro Liter Leitungswasser kann kein Flaschenwasser auch nur annähernd mithalten. Hochgerechnet bekommt man für einen Euro 500 Liter einwandfreies Trinkwasser. Beim Discount-Flaschenwasser ergeben sich knapp 8 Liter, wohingegen man für das gleiche Geld nur 1 bis 2 Liter Markenwasser bekommt. Das Markenwasser ist also bis zu 500 Mal teurer. 

Wer Leitungswasser trinkt, spart Energie und senkt die CO2-Emission. Denn bei der Aufbereitung von Flaschen- und Leitungswasser gibt es kaum Unterschiede in der CO2-Produktion. Beim Flaschenwasser kommen jedoch die Herstellung sowie das Abpacken in (Plastik-)Flaschen und die weiten Transportwege mit Lastkraftwagen hinzu. Auch der Weg mit der Wasserkiste vom Supermarkt bis zur Haustür wird gern mit dem Auto zurückgelegt. Dies belastet die Umwelt zusätzlich.

Leitungswasser ist außerdem in der Regel unbedenklich. Entgegen der Erwartungen sind fast zwei Drittel aller abgepackten Mineralwässer ausgesprochen arm an Mineralstoffen. Zum Beispiel ist das Berliner Leitungswasser reich an Calcium.

Nur langes Verweilen in der Leitung begünstigt eine Verkeimung und die Übertragung von Stoffen aus den Armaturen wie beispielsweise Nickel. Wasser zum Trinken oder Kochen sollten Verbraucher deshalb so lange laufen lassen, bis es kühl aus dem Hahn fließt. Auch stille Flaschenwässer sind nicht automatisch keimfrei. In jeder dritten Flasche konnte die Stiftung Warentest Keime nachweisen, die aber für gesunde Menschen unbedenklich sind.

Vereinzelt befinden sich in Altbauten, die vor 1973 entstanden sind, noch Bleirohre. Wer zur Miete wohnt, sollte sich in diesem Fall an den Vermieter wenden. Rohre, deren Wasser den strengen Bleigrenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter überschreitet, müssen von den Eigentümern ausgetauscht werden. 

Das Fazit von Saskia Erdmann, Mitarbeiterin im Projekt Berlin is(s)t klimafreundlich der Verbraucherzentrale Berlin, ist daher eindeutig: „Das Trinken von Leitungswasser wirkt sich sehr günstig auf das Klima aus. Gleichzeitig sparen Verbraucher viel Geld.“

Informationen 

Text: VZ Berlin / repor-tal

Photos: © repor-tal

Informationen: www.verbraucherzentrale-berlin.de

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