Kulturgenuss
auch kulinarisch

Das Restaurant in der Bonner Bundeskunsthalle ist ein gutes Bespiel dafür, wie gestronomisches Können mit Witz und Phantasie den Genuss eines Menüs anlässlich eines Museumsbesuches zu einem erweiterten Kulturerlebnis machen können.

Während der Ausstellung über die Irokesen, die übrigens im Herbst in Berlin zu sehen sein wird, bietet das Restaurant Rezepte mit typischen Zutaten aus dem Repertoire dieser nordamerikanischen Ureinwohner, dazu aber auch ein paar Reminiszenzen an die europäischen Siedler.

Das Restaurant der Bundeskunsthalle wird zur Zeit umgebaut, aber der Betrieb geht weiter.

Eine große Rolle spielten in der Kultur der Irokesen, die in der Nähe der großen Seen lebten, also in einem Gebiet, das sich heute die USA und Kanada teilen, die drei Grundnahrungsmittel Kürbis, Mais und Bohnen. Sie hießen wegen ihrer großen Bedeutung auch die ‚drei Schwestern‘.

Truthahn und Succotash

Ein warmes Mischgemüse aus den ‚drei Schwestern‘ heißt ‚Succotash‘. Wie aus der Speisekarte zu erfahren ist, wurde es von den Irokesen früher im Winter auf Vorrat gekocht und eingefroren. Die Indianer hätten demnach auch die Tiefkühlkost erfunden. Doch im Restaurant des Museums, so die Karte ausdrücklich, wird das ‚Succotash‘ selbstverständlich frisch zubereitet. In warmer Form begleitet es ein Ragout von der Truthahnkeule mit Cranberries und gerösteten Nüssen (13,50 Euro) – originell und ausgezeichnet.

3 Schwestern an Salat

Das Bonner Succotash ist auch in kalter Form eine Delikatesse. Im Rahmen des ‚Irokesischen Vorspeisentellers‘ (9,50 Euro) werden die ‚drei Schwestern‘ ergänzt durch Artischockenmus (köstlich!) Süßkartoffeln und einem gewürzten Wildreis-Salat.

Puritanische Suppe

Nur die ‚New-England-Muschelsuppe‘ (6,90 Euro) fanden wir ziemlich dünn und fade. Aber die ersten Siedler waren als Puritaner ja auch eher schmale Kost gewohnt. Um das Bild vollständig zu machen, spülten wir alles mit einem Original ‚Samuel Adams Boston Lager‘ hinunter. Ein Pils hätte es allerdings auch getan.

Gleichzeitig mit der Irokesen-Ausstellung zeigt die Bundeskunsthalle eine große Schau über Kleopatra, die ewige Diva. Auch dieses Kulturerlebnis kann man kulinarisch abrunden. Und Standardprogramm ist bodenständige Küche rheinischer Tradition, mit Zutaten aus Bio-Höfen im Bergischen Land und der Eifel.

Text & Photos: © repor-tal

Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Adresse: Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 / 91 714-20

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr

Anmerkung: ‘fifty2go’ erhebt nicht den Anspruch, objektiver Restaurant-Tester zu sein. Wir berichten, wie uns ein Restaurant gefallen hat. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und auch die Tagesform des Personals kann variieren. Ob es Ihnen schmeckt, müssen Sie also selbst herausfinden!

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *