Flüge durch phantastische Welten

Porträt Jean Giraud, 2010, Foto: Isabelle Giraud © 2019 Mœbius Production

Der französische Comic-Künstler Jean Giraud (1938-2012) mit dem Künstlernamen Mœbius schrieb nicht nur Comicgeschichte, sondern inspirierte auch bedeutende Filmklassiker, etwa George Lucas (Krieg der Sterne). Das Max Ernst Museum Brühl zeigt bis zum 16. Februar 2020 seine visionären Bildwelten.

Bei Mœbius verschwimmen die Grenzen zwischen Comicstrip und bildender Kunst. Seine Geschichten entwickeln sich zwischen Hightech-Metropolen, futuristischer Architektur und Wüstenlandschaften; seine Helden unternehmen schamanistische Reisen durch Raum und Zeit.

Jean Giraud, der sich nach dem Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius und dem von ihm beschriebenen Möbiusband benannte, zeichnete unter zwei Pseudonymen: Als Mœbius erforschte er die Sphäre der Science-Fiction und lotete mit Klassikern wie Arzach oder Die hermetische Garage das Comic-Genre neu aus. Als Gir schuf er zusammen mit Jean-Michel Charlier die Westernserie Leutnant Blueberry und begleitete diese zeichnerisch fast 40 Jahre lang.

Mœbius, L’homme du Ciguri, 1994, Airbrush und Mischtechnik auf Papier, 39 x 29,5 cm © Les Humanoϊdes Associés / Mœbius Production

Die in Deutschland bislang umfangreichste Ausstellung zu Mœbius versammelt rund 450 Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde und Drucke und folgt thematischen Bereichen wie Natur und Metamorphose, Der Traum vom Fliegen und Fallen oder Die innere Wüste: Ausgehend von seinen Notizbüchern (Carnets) über kolorierte Zeichnungen, Comicfolgen und abstrakte Gemälde bis hin zu populären Druckgrafiken wird das Spektrum seiner Zeichenkunst ausgebreitet.

Isabelle Giraud, Ehefrau und Mitarbeiterin von Jean Giraud, Mœbius Production, erläutert dazu: „Beinahe jede Geschichte beginnt oder endet mit Sequenzen, in denen eine Figur fliegt. Für Mœbius steht das Fliegen sinnbildhaft für das immerwährende Bedürfnis, sich im Akt des Zeichnens und im Zuge der Betrachtung der Welt eben dieser zu entziehen, alle Bürden abzuwerfen, sich aufzuschwingen und über die Unbill des irdischen Lebens zu erheben. Das Fliegen erlaubt eine andere Wahrnehmung der Umwelt, ermöglicht es, Abstand zu nehmen und im Traum nach Antworten zu suchen.“

Text: LVR / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung des Max-Ernst-Museums

Informationen: www.maxernstmuseum.lvr.de

Adresse: Max Ernst Museum Brühl des LVR, Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1, 50321 Brühl (bei Köln)

Telefon: 02232 / 57 93 -0

Besucherinformationen

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *

Diese Seite kann Cookies verwenden, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung