Die Entwicklung der Entenheit entdecken

Alter Fritz und Bismarck flankieren den Kamin

‚Wo liegt Entenhausen?‘ Diese Frage beschäftigt die Donaldisten und Duckologen seit Jahren. Das Stadtmuseum Oldenburg kommt der Frage sehr nahe: Hier ist in einem Rahmen, der eines Dagobert Duck würdig wäre, die Duckomenta ausgestelt. Der Countdown läuft: Die Schau ist noch bis zum 30. September hier zu sehen.

Stuck, Lüster und alter Entenadel in Portraits

Mit der außergewöhnlichen Ausstellung Die DUCKOMENTA – Weltgeschichte neu ENTdeckt widmet sich das Stadtmuseum Oldenburg einer faszinierenden, wenn auch bislang unbekannten Zivilisation: den Anatiden. Das ist eine Spezies menschenähnlicher Enten, die parallel zur Menschheit den Weg von der Steinzeit durch alle Hochkulturen der Antike, des Mittelalters, bis in die Moderne gegangen sind.

Onkel Dagobert im passenden Interieur

Im malerischen musealen Rahmen der Oldenburger Stadtvillen ist die Ausstellung eine der besten Präsentationen, die diese schon über Jahre weitgereiste Schau erlebt hat. Überall in den historischen Räumen, an den Wänden, in den Vitrinen, auf den Fensterbänken sind die Funde der Anatiden zu „ent-„decken. Die Parodien mischen sich so gekonnt in die ‚echten‘ historischen Exponate wie Möbel, Skulpturen, Bilder in den Räumen der alten Stadtvillen, dass ein Gang durch die Schau zum reizvollen Suchspiel wird. Begleittexte zu den Exponaten enthüllen die Hintergründe ihrer ‚geheimen‘ Entstehung.

Auch das Personal hat Stil

Archäologische Funde, Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen zeugen von der rätselhaften Zivilisation der Anatiden. Jedes der rund 180 Exponate ist ein überraschendes Wiedersehen mit mehr oder weniger bekannten Kunst- und Kulturobjekten von Weltrang aus den letzten drei Jahrtausenden. Sie werden in der Ausstellung augenzwinkernd, aber künstlerisch hoch anspruchsvoll neu interpretiert. Von der Steinzeit bis heute haben die Enten in allen Epochen ihre Spuren hinterlassen: Die Exponate reichen von der Urgeschichte über die Antike, Mittelalter und Renaissance, Barock und Rokoko, Klassizismus bis hin zur Moderne, auch die Kunst anderer Kulturen wie etwa Ostasiens und bieten spannende Einblicke in den rätselhaften Entenkosmos.
In amüsanter Weise haben sich die typischen Entenschnäbel in berühmte Kunstwerke der Kulturgeschichte geschlichen, so dass ein ganzes Entenuniversum parallel zur Menschheitsgeschichte entstanden ist.

Schauen Sie ruhig zweimal in die Bibliothek

Zu sehen sind zentrale Bildikonen der Kunst- und Kulturgeschichte: Leonardos Mona Lisa, Rembrandts Mann mit dem Goldhelm und Goethe in der Campagna von Tischbein bis hin zu Che Duckevara, auch auf T-Shirts zu erwerben. Erstmals im Rahmen der DUCKOMENTA gezeigt wird ein bislang unbekanntes Porträt des Grafen Anton Bürzler, das nach Ende der Ausstellung in der Sammlung des Stadtmuseums verbleibt. „Zentrale Werke der historischen Villen werden auch während der Laufzeit der DUCKOMENTA zu sehen sein, sodass der besondere Reiz der Oldenburger Ausstellung im überraschenden Zusammenspiel von Alt und Neu liegt“, sagt Stadtmuseumsleiter Dr. Andreas von Seggern.

Niederländische Renaissance in Oldenburg

Hinter der amüsanten Umdeutung der Weltgeschichte steht die Berliner Künstlergruppe interDuck. Sie widmet sich seit 1986 in immer neuen Facetten dem Enten-Universum. Neben dem Gründer, Prof. Dr. Eckhart Bauer, emeritierter Professor der Kunstsoziologie, gehören Ommo Wille, Prof. Volker Schönwart, Rüdiger Stanko und Anke Doepner der Gruppe an. Die interDuck-Künstler malen seit vielen Jahren für die Duckomenta, und zwar mit unglaublicher Liebe zum Detail und auf höchstem Niveau. Inzwischen umfasst der Enten-Kosmos knapp 500 Exponate. Um die Meisterwerke der Kunstgeschichte ins Entische zu übersetzen, muss man sich intensiv mit den Originalen, ihrer Entstehungsgeschichte und den Menschen befassen, die in der Zeit lebten, als sie geschaffen wurden.

Gekrönte Enten auf Meißner Art

Die Idee für das Entenuniversum entstand 1982, in einem Seminar der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig: In diesem Jahr traf Prof. Dr. Eckhart Bauer die ersten aus der Gruppe, damals Studenten der Hochschule, um spielerisch mit Mitteln der Kunst etwas ganz Besonderes zu erkunden. Alle waren überrascht vom Ausmaß der Ver-Entung der Welt, von der kulturellen Besitznahme durch Enten in Alltag und Kunst.
Seit 1986 ist die Wanderausstellung DUCKOMENTA in vielen Kunstmuseen in ganz Europa zu Gast gewesen und hat inzwischen mehr als zwei Millionen Besuchern die Welt der Enten nahegebracht.

Port Dux! Ein Veteranenhumpen

Die Duckomenta ist ein Riesenspaß für die gesamte Familie. Für Besucher mit Interesse an Kunstgeschichte ebenso wie für Comic-Fans ist sie eine witzige und lehrreiche Entdeckungsreise sozusagen zum Schnabel der Welt.

Parallel zur Oldenburger DUCKOMENTA zeigt das Ostfriesische Landesmuseum in Emden noch bis zum 30. September unter dem Titel Emden wird gENTErt weitere Meisterwerke der Berliner Künstlergruppe.

Text: Stadtmuseum Oldenburg / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseums Oldenburg

Informationen: www.stadtmuseum-oldenburg.de, landesmuseum-emden.de

www.duckomenta.com

weitere Ausstellungen:

Duckomenta – MomEnte der Kunstgeschichte, Erika Fuchs Haus Schwarzbach, noch bis zum 10. März 2019, www.erika-fuchs.de

Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock, 20.10.2018 bis 07.02.2019, www.schifffahrtsmuseum-rostock.de

Deutsches Zeitungsmuseum, Saarbrücken, Nov 2018 – Juni 2019, www.kulturbesitz.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *