Wer schützt uns
vor Passiv-Kramen?

Im Mai kam als erste Zeitung die britische ‚Daily Mail‘ damit heraus: Eine wissenschaftliche Studie hatte ergeben, dass Damen-Handtaschen oft Brutstätten für alle möglichen Bakterien sind. „Handtasche ist die schlimmste Keimschleuder“ titelte ‚Bild‘. Nachdem nun diese Quelle gesundheitlichen Risikos entdeckt und entlarvt ist – wäre es da nicht eigentlich an der Zeit, dass die Europäische Gesundheitsbehörde sowie die Regierungen von Bund und Ländern ähnliche Konsequenzen ziehen wie beim Rauchen?

Zunächst müssten alle Hersteller von Damen-Handtaschen, wie Picard, S.Oliver oder Mandarina Duck, ihre Handtaschen mit Warnhinweisen in großen Lettern bedrucken, besticken oder behäkeln, etwa: ‚Der Griff in eine Handtasche kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen!‘ oder ‚Kramen schadet Ihrer Gesundheit!‘

Selbstverständlich müsste die Benutzung von Handtaschen für Unter-16-Jährige streng verboten werden. Eine ‚Bad-Handbag-Campaign‘ in Schulen und Medien könnten dazu beitragen, das Bewusstsein für die Gefahr zu wecken, zu verbreiten und zu vertiefen. Slogans wie ‚Die neue Masche: ohne Handtasche!‘ oder ‚Weg mit dem Bag‘ könnten auf Plakatwänden verbreitet werden.

Doch wegen der leichten Übertragbarkeit der Keime und Erreger ist nicht nur das unmittelbare Kramen in der Handtasche riskant. Gefährdet sind auch die Umstehenden, gewissermaßen durch ‚Passivkramen‘!

Deshalb sind in öffentlichen Verkehrsmitteln zunächst separate Abteile für Handtaschenträger/innen auszuweisen, die dann allmählich immer weiter verringert werden, bis schließlich Flugzeuge und Eisenbahnen ganz handtaschenfrei sind. In Bussen und Straßenbahnen würde es genügen, wenn man an den Haltestellen Hygienebeutel aus Automaten ziehen könnte, um die Handtasche für die Dauer der Fahrt luft- und bakteriendicht einzupacken.

In ähnlicher Weise könnte man es einrichten, dass Handtaschen beim Betreten von Ladengeschäften und Restaurants draußen bleiben müssen. Das ließe sich zum Beispiel durch Schließfächer neben den Eingängen erreichen. Vielleicht langt es aber auch, seine Handtasche einfach draußen anzubinden wie einen Hund. Wenn die Kampagne nämlich erstmal wirkt, dann wird sich sowieso keiner mehr daran vergreifen.

Doch die Zukunft – davon bin ich überzeugt – gehört der Einmal-Handtasche, auf die ich hiermit mein Patent anmelde!

Schorsch Bonks

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