Medikamentenfälschung
Das Geschäft für Betrüger

Wer sich Medikamente oder Lifestyle-Präparate aus dem Internet besorgt, kann statt der erhofften Wirkung auch ein böses Erwachen – oder sogar schlimmeres – erleben: Gefälschte Medikamente haben bestenfalls gar keine Wirkung. Doch es gibt auch Präparate, in denen Milben, Kot oder giftige Substanzen gefunden wurden. Die Haftung ist ausgeschlossen. „In den kleinen schönen bunten Kapseln findet sich unter Umständen Backpulver, Zement oder Schlimmeres“, sagt Marlene Langenberg-Nüsser vom Apothekerverein Bergisch-Land. „Aber es besteht auch die Gefahr von Wechselwirkungen mit anderen Mitteln oder gar einer tödliche Wirkung. Das ist alles schon vorgekommen. Die meisten Fälschungen tauchen in Deutschland allerdings im Bereich Lifestyle-Präparate auf.“ Die Geschäfte für die Fälscher laufen gut, wenn man auf die Preisskala schaut, während ein Kilo Heroin für etwa 50.000 Euro und dieselbe Menge Kokain für circa 65.000 Euro gehandelt wird, bringt ein Kilo Viagra rund 90.000 Euro.

Doch was sind die Gründe, dass Menschen dieses Risiko eingehen? Oft steckt falsche Eitelkeit dahinter, gerade bei den Lifestyle-Präparaten. Sie wollen einfach nicht zugeben, dass sie bei der Diät auf Pillen setzen oder ihre Potenz durch Viagra steigern wollen. Die Gefahren sehen sie nicht, oder wollen dies einfach nicht.

Deshalb startet die Plagiarius Consultancy GmbH eine Aufklärungskampagne zusammen mit Pharmaunternehmen, Krankenkassen, Internetspezialisten und Zoll. Die Experten warnen vor Einkäufen aus Drittländern. Misstrauisch sollte man spätestens dann werden, wenn man eine Packung ohne Aufschrift und ohne deutschsprachige Packungsbeilage in den Händen hält. Und es ist immer zu bedenken, dass eine Medikamenteneinfuhr aus Nicht-EU-Staaten – und dazu gehören auch die Schweiz oder Norwegen – grundsätzlich verboten ist. Dabei gilt der Grundsatz: Unwissen schützt vor Strafe nicht!

Die Empfehlung der Experten lautet: Medikamente nur in öffentlichen Apotheken kaufen! Wer dennoch nicht auf seinen Einkauf im Internet verzichten möchte, sollte sich bei seiner Krankenkasse informieren. Die Bergische Krankenkasse zum Beispiel bietet ihren Mitgliedern den Online-Einkauf über eine von ihnen zertifizierte Internet-Apotheke an.

Am 20. Mai von 13 bis 17 Uhr können sich alle Interessierten am Infotag Medikamentenfälschung informieren. Die Experten geben ihre Empfehlungen dann im Forum Produktdesign, Bahnhofstraße 15 und Museum Plagiarius, Bahnhostraße 11, beides in Solingen.

Ruth Hoffmann (Text)

Plakat (Plagiarius)

Informationen: www.plagiarius.com

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