Greifen, Schneiden, Kneifen
seit fast 130 Jahren

Der Zangen-Hersteller Knipex in Wuppertal-Cronenberg besitzt ein eigenes Museum. Öffentlich zugänglich ist es allerdings nicht; man muss sich einer der regelmäßigen Führungen anschließen. Wenn man das Knipex-Museum zum ersten Mal betritt, versteht man auch warum: Der Weg führt zunächst vom Werkstor mitten durch den Betrieb, wo man sozusagen nebenher mitbekommt, wie die Zangenfertigung heute funktioniert. Achtung: Hier keine Photos!

Panoptikum der Industriegeschichte

Dann öffnet sich die Tür zu einer vergangenen Welt. Schon der Vorraum des Museums ist ein Panoptikum. Das Unternehmen hat keineswegs nur Zangen oder Werkzeuge gesammelt. Hier kann man alles bewundern, was es früher gab im Betrieb und Büro, das damals noch ‚Kontor‘ hieß.

Da hat's geklingelt im Kontor

Auch Werbetafeln aus vergangenen Zeiten und Alltagsgegenstände sind dazwischen. Und weil das Museum nicht öffentlich ist, darf man das eine oder andere auch mal in die Hand nehmen. Im Hauptraum des Museums sind unter anderem mehrere typische Arbeitsplätze aufgebaut, an denen vor mehreren Jahrzehnten Werkzeuge hergestellt wurden. Alle sehen aus, als hätten die Handwerker sie nur mal kurz verlassen.

Gewaltige Hammerschläge

Richtig beeindruckend wird es dann im Untergeschoss, wo die gewaltigen Hämmer stehen. Einer davon kann zur Demonstration auch in Gang gesetzt werden. Man bekommt einen dröhnenden Begriff davon, unter welchen Bedingungen Anfang des vergangenen Jahrhunderts gearbeitet wurde. Staub und schädliche Dämpfe kann man nur erahnen.

Ehemals wassergetriebener Hammer, freigelegte Fundamente

Ein zweiter Hammer steht samt seinen mehr als zwei Meter tiefen Fundamenten frei im Raum. So kann man erkennen, welchen Aufwand man treiben musste, damit die schweren Balkenhämmer nicht die Gebäude zum Einsturz brachten. Ständige Brandgefahr herrschte wegen der offenen Essen und der fliegenden Funken vom glühenden Eisen. Eine alte Feuerspritze erinnert daran.

Eine Schau für Steampunk-Fans

Die Firma Knipex – der Name leitet sich vom hier typischen plattdeutschen Wort für ‚kneifen‘ her – wurde von dem Schmied Carl Gustav Putsch 1882 gegründet. Zusammen mit zwei Gesellen schaffte er 60 Zangen am Tag. Heute produziert das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Sortiment von rund 1.000 verschiedenen Zangen.

Klassiker wie die Hufeisenabreiß- und Hufbeschlagzange werden immer noch hergestellt. Neue Technische Entwicklungen erfordern aber auch ständig neue Werkzeuge. Zu den Innovationen gehört zum Beispiel eine Spezialzange zum Einsetzen von Halogen-Lampen. Ihre Spitzen sind mit Kunststoff überzogen.

repor-tal (Text & Photos)

Informationen: www.knipex.de

 

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