Welt der Römer für alle Sinne

So bunt war die Welt der Römer!Die Stadt Neuss ist eine der ältesten Garnisonsstädte an der Grenze zwischen dem römischen Imperium und Germanien. Grund genug für das Clemens Sels Museum, die alten Römer dem Publikum näher zu bringen. Ab dem 18. März gibt es Römer zum Anfassen. Mythos und Fakten im CSM zu sehen.

Die neue Ausstellung soll den Besuchern des Museums die Welt der Römer näher bringen – denn die war teilweise ganz anders, als sie in unseren heutigen Köpfen ist – nämlich viel bunter. Wir alle kennen die weißen ‚antiken‘ Marmorsäulen, die in Vorgärten, Parks und auf Plätzen stehen. Doch die alten Römer standen gar nicht so auf das schlichte, edle Weiß. Sie liebten es durchaus bunt und plastisch. Das hat die archäologische Forschung im Laufe der Jahre herausgefunden.

„Wir wollen, dass unsere Besucher begreifen, was wir hier zeigen – und dies im doppelten Sinne“, sagt Dr. Uta Husmeier-Schirlitz, Direktorin des CSM. „Nach Montessori-Art sollen die Exponate auch angefasst werden, um sie über die Haptik zu erfahren: Wie war es, einen Speer, das Pilum, zu halten.“ Die Welt der Römer betrachten, erfühlen, sogar erschnuppern kann man in dieser Ausstellung.

Kuratiert hat die Ausstellung Dr. Carl Pause, der sie mit Dr. Uta Husmeier-Schirlitz vorgestellt hat.

Spannend auch die Rekonstruktion das Reliefbands der Trajans-Säule in Rom, die dort eine Länge von 200 Metern hat. Die Teilrekonstruktion gibt die Originalgröße der Figuren wieder, und die Farb-Rekonstruktionen bieten eine Vorstellung von ihrem ursprünglichen Aussehen. Dabei erstehen im Bild Gebäude wieder neu, von denen nur noch die Fundamente übrig geblieben sind.

Die Ausstellung räumt auch mit manchen Klischees der 1960er/70er Jahre auf. Die sogenannten Sandalen-Filme waren der jeweiligen Mode angepasst. Da damals der Mini-Rock in war, wurden auch die Tuniken knapp über den Popo gehalten. Doch dem Chic der Römer entsprach eher die Maxi-Mode.

Ein besonderer Gag ist die App, die die Besucher herunter laden können, damit können sie Aufnahmen von sich und den Römern machen, die dann so wirken, als befänden sie sich mitten unter den antiken Herrschaften. 

Plastisch treten die Gewänder und Sandalen durch die Farbe hervor.

Es gibt viel zu entdecken im Clemens Sels Museum zu den Römern. Zu sehen bis zum 10. Juni 2018. An diesem letzten Tag ist übrigens der Eintritt frei, und es kommen die ‚wahren‘ Römer live ins Museum und führen römisches Handwerk und Militärwesen vor. Zusätzlich gibt es jede Menge Führungen und ein buntes Programm rund um die Ausstellung.

Es gibt Bestrebungen, den Limes, die römische Reichsgrenze durch Deutschland, auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes zu bringen. Das würde Neuss als einen der ältesten Standorte an dieser Grenzlinie einen hohen Stellenwert geben; davon sind die Verantwortlichen des Clemens Sels Museums überzeugt.

Text: Angelika Sonnwald-Irsigler

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics, © Angelika Sonnwald-Irsigler

Informationen: ww.clemens-sels-museum-neuss.de

Ort: Clemens Sels Museum, Am Obertor, 41460 Neuss

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 11 – 17 Uhr, sonntags und feiertags 11 – 18 Uhr; an jedem letzten Donnerstag im Monat ist das Museum bis 20 Uhr geöffnet

Telefon: 02131 / 90 41 41

Eintritt: 5 Euro

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