Mehr als Grzimeks Vermächtnis

Ein Landrover mit Zebrastreifen erinnert an die Afrika-Expeditionen des Professors.
Ein Landrover mit Zebrastreifen erinnert an die Afrika-Expeditionen des Professors.

Bernhard Grzimek kennt wohl jeder aus unserer Generation von seiner TV-Serie ‚Grzimeks Tierleben‘. Mit seinem Projekt ‚Serengeti darf nicht sterben‘ wurde er zum Vorreiter vieler Artenschutz-Projekte. Bernhard Grzimek war auch Direktor des Frankfurter Zoos, der sein Andenken immer noch hochhält. 

Der Zoo in Frankfurt am Main hat durch seine Lage Vor- und Nachteile: Er liegt nämlich mitten in einem städtischen Wohn- und Geschäftsviertel. Das macht es einerseits dem Publikum leicht, ihm einen Besuch abzustatten. Andererseits ist der Platz sehr beschränkt, und die Geräusche der Umgebung dringen auf das Gelände durch.

Viele Attraktionen finden sich unter festem Dach.
Viele Attraktionen finden sich unter festem Dach.

Deshalb ist der Zoo Frankfurt nicht ideal geeignet für die möglichst artgerechte Haltung großer Tiere, die Auslauf und/oder Rückzugsräume brauchen. Im Jahr 1857, als sich Frankfurter Bürger zusammentaten, um einen Zoo ins Leben zu rufen, hatte man solche Kriterien noch nicht im Blick. Schon 1874 zog man auf ein größeres Gelände um. Spätere Pläne für einen größeren ‚Außenzoo‘ wurden nie realisiert.

1944 wurde die Frankfurter Innenstadt und auch der Zoo durch Fliegerbomben weitgehend zerstört. Schon am 1. Mai 1945, mit Bernhard Grzimek als neuem Direktor, begann der Wiederaufbau. Mit zähem Einsatz schaffte er es, den Zoo wieder zu eröffnen und sogar zu erweitern. Grzimek ging 1974 in den Ruhestand.

Ein lebensgroßes Foto ersetzt einstweilen das Denkmal in Bronce.
Ein lebensgroßes Foto ersetzt einstweilen das Denkmal in Bronce.

An seine Arbeit in Afrika erinnert im Zoo ein Denkmal, das unter anderem aus dem Zebra-gestreiften Landrover und Grzimeks Flugzeug besteht. Außerdem ist eine der Haupt Attraktionen dieses City-Zoos nach ihm benannt: Das ‚Grzimek-Haus‘, in dem die Besucher tagsüber Tiere erleben können, die eigentlich nur nachts aktiv sind. Dieses und andere Häuser, darunter das Haus ‚Borgori-Dschungel‘ für Menschenaffen, machen den Frankfurter Zoo auch bei schlechter Witterung zum attraktiven Ausflugsziel.

‚Tiere erleben – Natur bewahren‘ ist das doppelte Motto des Frankfurter Zoos. Neben der Bildungsaufgabe hat sich der Zoo also auch die Erhaltung bedrohter Arten zur Aufgabe gestellt. Und wer möchte, kann auch persönlich die Patenschaft für ein Tier übernehmen. Die git es in allen Preislagen zwischen 25 Euro im Jahr etwa für einen Vogel oder eine Schildkröte bis zu mehreren Tausend für große Säugetiere vom Aussterben bedrohter Arten, etwa den Flachland-Gorilla oder das Spitzmaul-Nashorn.

Text: Jan-Peder Lödorfer

Photos mit freundlicher Genehmigung des Zoos Frankfurt © repor-tal

 

Informationen: www.zoo-frankfurt.de

Adresse: Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt am Main

Telefon: 069/212-33735

Öffnungszeiten: im Winter täglich 9 bis 17 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr

Eintritt: 10 Euro

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