Fit bei den Kommata –
sicher im Netz

Phishing 004Phishing-E-Mails haben früher oft Lachanfälle ausgelöst wegen ihrer verkorksten Grammatik. Kuriose Sprachschöpfungen begrenzten die Erfolgsaussichten, private Kontodaten kriminell per Massen-E-Mail abzugreifen. Das reichte von Floskel-Clones wie „verry wichtig“ über die Aufforderung, ein „sichergestelltes Seefahrerfenster“ zu öffnen bis hin zur Feststellung: „Sie haben ein Konto-Problem. Klotz darin und befestigt sie!”. Doch das ist inzwischen anders.

Mittlerweile strotzen die Anschreiben der Betrüger weit seltener vor Rechtschreib- und Sprachmängeln. Wer heute auf grammatikalischem Weg Phishing auf Anhieb entlarven will, muss fit in Kommasetzung sein. Das belegt auch das Beispiel „Deutsche Bank“. Unter deren Namen und professioneller grafischer Aufmachung werden seit dem Sommer Abertausende angeschrieben. Die E-Mail setzt in einwandfreiem Deutsch „eine Frist von 48 Stunden“, innerhalb der Kunden ihre Daten in einem angeblichen „Online-Portal aktualisieren“ müssten, um einer Kontosperrung sowie Vertragsstrafe von 70 Euro zu entgehen.

Phishing 002Lediglich die Komma-Fehler in jedem zweiten Satz sollten hier schon Zweifel aufkommen lassen. Eine Tendenz, die sich mittlerweile bei vielen der insgesamt mehr als 200.000 E-Mails durchgesetzt hat, die das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW aufgespürt hat.

Um sich vor Betrügern wie im Fall der angeblichen Deutschen Bank zu schützen, „reicht es oft schon, ein paar Regeln einzuhalten und den gesunden Menschenverstand einzuschalten“, weiß die Verbraucherzentrale NRW.

Wer eine unerwartete E-Mail erhält, sollte in jedem Fall drei Grundregeln beachten:

  • Niemals auf einen Link klicken,
  • keinen Dateianhang öffnen
  • nicht auf die E-Mail antworten.

Darüber hinaus helfen folgende Tipps, Internet-Gaunern nicht ins Netz zu gehen:

  • Virenschutzprogramm,
  • Internetbrowser
  • und Betriebssystem

sollten stets auf dem neuesten Stand sein.

Wer unsicher ist, ob eine E-Mail echt ist, kann beim Anbieter nachfragen. Dazu sollte die Original-Internetseite des Unternehmens aufgerufen werden.

Auf keinen Fall persönliche Daten zu angeblichen Kontrollzwecken eingeben – kein seriöser Anbieter würde so etwas verlangen.

Zudem sollte das eigene Konto regelmäßig im Blick sein. So lässt sich schnell handeln, falls Kriminellen doch einmal der illegale Zugriff aufs Konto gelingt.

Übrigens: Betrügerische E-Mails können an das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW weitergeleitet werden.
Adresse: phishing@vz-nrw.de
Seit mittlerweile über vier Jahre aktiv sind bereits mehr als 200.000 E-Mails gemeldet worden; mehr als 9.300 betrügerische Internetseiten konnten so gesperrt werden.

Informationen: www.vz-nrw.de

Photos: © Fotolia

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