Wenn die Reise an einer Pleite scheitert

Da freut man sich auf den Urlaub, und dann... © javier brosch

Da freut man sich auf den Urlaub, und dann… © javier brosch

Die ’schönsten Tage des Jahres‘ drohen zu verderben, wenn Reiseveranstalter, Fluggesellschaft oder Hotelvermittler Pleite gehen. Die Verbraucherzentrale Berlin informiert über die Rechte der Reisenden.

In den vergangenen Wochen machten Insolvenzen einiger Unternehmen in der Reisebranche Schlagzeilen: zum Beispiel des Reiseveranstalters Urlaubstours GmbH, einer Gesellschaft der unister Unternehmensgruppe, der belgischen Fluggesellschaft VLM Airlines oder der Lowcost Group, die Hoteling.com und andere Buchungsplattformen betrieben hat. Viele Verbraucher sorgen sich um den bereits gezahlten Reisepreis und fragen sich, ob der wohlverdiente Urlaub überhaupt stattfindet.

... bleibt man einfach sitzen. © Ralph Maats

… bleibt man einfach sitzen. © Ralph Maats

„Generell muss man unterscheiden zwischen Pauschalreisen und als Einzelleistung gebuchten Flügen oder Hotelübernachtungen“, erklärt Eva Klaar, Reiserechts-Expertin bei der Verbraucherzentrale Berlin. Pauschalreisende haben bei Insolvenz des Reiseanbieters relativ gute Karten; denn diese Anbieter sind verpflichtet, sich für den Fall einer Zahlungsunfähigkeit abzusichern. Das erfolgt überwiegend bei einer Versicherung. Als Nachweis darüber muss dem Reisenden der sogenannte Sicherungsschein ausgehändigt werden – und zwar bevor die Reise bezahlt wird. „Verbraucher sollten daher unbedingt darauf achten, dass sie im Besitz des Sicherungsscheins sind, bevor sie eine Pauschalreise bezahlen, und diesen gut aufbewahren“, rät Klaar.

© Kit Wai Chan

© Kit Wai Chan

Verbraucher, die bei der Urlaubstours GmbH gebucht haben, müssen um ihre Reise nicht bangen. „Alle ab dem 19. Juli 2016 vertraglich vereinbarten Leistungen werden erbracht“, so Eva Klaar. Dies habe die Generali Versicherung AG der Verbraucherzentrale Berlin bestätigt. Reisende, die am Urlaubsort die Hotelleistung oder den Rückflug nochmals bezahlen mussten, wenden sich wegen der Erstattung an die Generali Versicherung AG. Auf der Seite des vorläufigen Insolvenz-Verwalters (www.floether-wissing.de) können weitere Informationen eingeholt werden. „Wer aufgrund der Turbulenzen vom Reisevertrag zurücktreten will, muss allerdings mit Storno-Kosten rechnen!“, warnt die Reise-Expertin.

© Mario Hagen

© Mario Hagen

Etwas anders stellt sich die Situation für Kunden der insolventen Fluggesellschaft VLM Airlines und dem Hotelvermittler hoteling.com dar. „Kunden dieser Unternehmen müssen leider damit rechnen, dass ihr Geld verloren ist“, so Klaar. Einen gesetzlichen Schutz des gezahlten Geldes wie im Pauschalreise-Recht gebe es bei diesen Verträgen nicht. Auch der Versuch, einen Platz in der Insolvenz-Tabelle der Gläubiger zu finden, sei ziemlich aussichtslos, so Klaar.
Hoffnung gibt es für Kunden, die mit Kreditkarte gezahlt haben: „Diese Kunden sollten sich sofort an die Kreditkarten führende Bank wenden, die Transaktion wegen nicht erbrachter Leistung beanstanden und den Betrag zurückbuchen lassen!“, ist die Empfehlung der Expertin. Liegen Sie noch innerhalb von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Belastung, sind die Chancen, das Geld zu retten gut.

Text: Verbraucherzentrale Berlin / repor-tal

Photos: Fotolia

Informationen: www.vz-berlin.de

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