Ein Korb für den Kommissar

„‚Der Präsident macht keine Politik, er soll nur von ihr ablenken“, sagt Zaphod Beeblebrox in dem Kultbuch ‚Per Anhalter ins All‘. Die Realität hat die Satire längst eingeholt, nämlich in Form der Europäischen Kommission. Mit Vorschriften über die Krümmung von Gurken – oder waren es Bananen? – sind die Kommissare ja schon zu zweifelhaften Ruhm gelangt. Erst kürzlich hat das EU-Parlament mit dem Verbot von Glühbirnen das Weltklima gerettet. Jetzt trumpft Janez Potocnik, EU-Kommissar für Umweltschutz, mit dem Vorschlag auf, die Plastiktüten zu verbieten.

Im Mittelmeer, so heißt es in der Begründung, schwämmen schon tausende Tonnen Plastikfetzen herum.

Der Mann aus dem alpinen Slowenien hat offenbar noch nie am Mittelmeer Urlaub gemacht; denn er redet nicht davon, dass man in Griechenland zum Beispiel den Hausmüll in Plastiksäcken einfach den nächsten Abhang runterkippt, bis die Täler voll sind. Natürlich fliegen die Säcke und der Müll  überall in der Landschaft herum und werden irgendwann auch ins Meer gespült. Kommissar Potocnik schweigt auch von dem endlosen Mafia- und Müllnotstand in Neapel. Er redet ebensowenig – nur zum Beispiel – von den lästigen Reklamesendungen, mit der uns die Firma, die von der ehemaligen Post übrig geblieben ist, wöchentlich den Briefkasten verstopft – in Plastiktüten.

Potocnik meint just die Plastiktüten, die man im Supermarkt kaufen muss, wenn man seine Tasche vergessen hat. In einem Interview wird der Kommissar mit dem Satz zitiert: „Ich gehe immer mit denselben vier Tüten in den Supermarkt.“

Ja, kann der Mann sich von seinem Gehalt denn keine Einkaufstasche leisten?

Ich schlage vor: Geben wir ihm einen Korb! Sonst verbieten diese Gurken-Orthopäden uns demnächst noch das Klopapier – weil ein Kommissar „immer denselben Waschlappen“ benutzt.

Bonks

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