Senta Berger
The Dark Lady

Senta Berger stand oft vor der Kamera, in Hollywood genauso wie in Italien und Frankreich. Und auch die Theaterbühnen sind vertrautes Terrain für sie, die großen Häuser genauso wie kleine, und auch der Domplatz in Salzburg, wenn wieder der ‚Jedermann‘ gerufen wird.

Senta Berger © repor-tal
Wie Senta Berger zu Shakespeare kam.

Doch wie kam sie zu Shakespeare? „Eigentlich kam die Idee zu mir, wie es Schauspielern oft passiert“, lächelt die Grande Dame des Films. „Vor zwei Jahren sollte ich zusammen mit dem Bayrischen Rundfunk-Orchester einen Shakespeare-Abend gestalten. Es sollten unterschiedliche Vertonungen von Shakespeare-Dramen einander gegenübergestellt werden. Und ich sollte dazwischen etwas vortragen und über Shakespeare sprechen.“

Damals wählte Senta Berger die Sonette aus, die der Dichters seine ominösen ‚Dark Lady‘ gewidmet hat. „Sie sollen angeblich für seine Angebetete, Amelia Bassano, gewesen sein. Sie war die Tochter des Hofkomponisten Elisabeth I., Giovanni Battista Bassano, eines Italieners. Bassamo war ein Vertreter der Venezianischen Schule, die für den Übergang von der Renaissance- zur Barockmusik steht.

Senta Berger und die Capella Monacensis © Christoph Krey

Aus diesem Projekt ist auch das Programm entstanden, mit dem Senta Berger jetzt beim Shakespeare-Festival in Neuss gastierte. Die Capella Monacensis, die ‚Münchner Kapelle‘, hat sich auf Musik des Mittelalters und der Renaissance spezialisiert. Zwei Sänger und fünf Instrumentalisten umfasst das Ensemble. Für den Shakespeare-Abend hat ihr musikalischer Leiter Valentin Schmitt insbesondere Kompositionen der Shakespeare-Zeit herausgesucht, zum Beispiel von Henry Purcell.

Senta Berger © repor-tal
Amelia Bossano, Senta Berger und William Shakespeare

Senta Berger hat die Sonette für das Programm selbst ausgesucht. Die Übertragung von Christa Schuenke beeindruckte sie am meisten und schien ihr die erotischste. Besonders hat Senta Berger in Neuss auch das kleine Globe, das dem Original der Shakespeare-Zeit nachempfunden ist, gefallen: „In solch einem Haus fühlt man sich beschützt. Ich liebe die kleinen Barock-Theater. Das ist immer eine besondere Atmosphäre. Es hat noch etwas Ursprüngliches. Die riesigen, prächtigen Theater sind ja auch erst wesentlich später entstanden.“

Globe, Neuss © repor-tal
Das Globe in Neuss öffnet jedes Jahr seine Pforten speziell zum Festival.

„Wir waren vor der Aufführung schon aufgeregt“, gesteht der Voll-Profi Senta Berger. „Wir hatten beide ein Konzept für den Abend erarbeitet, das wir nur telefonisch abgestimmt haben, weil einfach kein Termin für ein Treffen gelungen war.“ Chapeau! Senta Berger und die Capella Monacensis sind auf die Bühne des Neusser Globe geklettert, vor ein durchaus kritisches und sehr anspruchsvolles Publikum und haben ihren Shakespeare-Abend präsentiert. Gelungen ist ihnen eine harmonische und geschlossene Darstellung, die nicht im mindesten vermuten ließ, dass vorher nicht gemeinsam geprobt werden konnte. Das Publikum lohnte es an beiden Abenden in Neuss mit Standing Ovations. „Wir waren selbst ganz überwältigt“ sagt der Star. „Mit solch einer positiven Reaktion hatten wir nicht gerechnet.“

Senta Berger © repor-tal
Rosen für die Diva

‚With Shakespeare in Love – Sonette für The Dark Lady‘ verlangt seinem Publikum schon etwas ab. Aber es ist auch ein unglaubliches Vergnügen, das im kommenden Jahr auch in anderen Städten wie zum Beispiel in Wien und Berlin gezeigt werden soll.

„Der Dichter war ein unglücklich liebender, ein leidender Mann, der fürchtete, von der jüngeren Geliebten verlassen zu werden“, sagt Senta Berger, und fügt verschmitzt hinzu: „Oder es ist alles gar nicht wahr…“

 

Text: Ruth Hoffmann

Photos: © repor-tal

Informationen: www.shakespeare-festival.de

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